Seite:Bertha von Suttner – Die Waffen nieder! (Band 2).djvu/114

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„Das wird sie nicht“, entgegnete ich und behielt so doch das letzte Wort.

* * *

„Die Gefahr, daß Frieden geschlossen wird, rückt immer näher“, klagte eines Tages mein Bruder Otto.

Wir saßen eben wieder um den Familientisch – Friedrich auf seinem Ruhebett daneben – und es hatte jemand aus der Zeitung die Nachricht vorgelesen, daß Benedetti[WS 1] in Böhmen angekommen sei – offenbar mit der Sendung betraut, Friedensvorschläge zu unterbreiten.

Nichts fürchtete mein kleiner – er war zwar schon groß, doch hatte ich die Gewohnheit ihn so zu nennen – mein kleiner Bruder so sehr, als daß der Krieg ein frühzeitiges Ende nehme und daß es ihm nicht beschieden wäre, den Feind aus dem Land zu jagen. Es war nämlich aus Wiener-Neustadt die Nachricht erfolgt, daß, falls die Feindseligkeiten wieder aufgenommen würden, dann bei der nächsten, am 18. August folgenden Ausmusterung nicht nur die Zöglinge des letzten, sondern auch mehrere des vorletzten Jahrganges sogleich in aktiven Dienst treten dürften. Diese Aussicht versetzte den jungen Helden in Entzücken. Gleich aus der Akademie in den Krieg – welche Wonne! Ähnlich freut sich eine Pensionatsschülerin hinaus in die Welt – auf den ersten Ball. Sie hat tanzen gelernt – der Neustadter Schüler lernte schießen und fechten –; sie sehnt sich, unter

Anmerkungen (Wikisource)

Empfohlene Zitierweise:
Bertha von Suttner: Die Waffen nieder!. E. Pierson’s Verlag, Dresden/Leipzig 1899, Band 2, Seite 109. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bertha_von_Suttner_%E2%80%93_Die_Waffen_nieder!_(Band_2).djvu/114&oldid=- (Version vom 31.7.2018)