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Wir erhielten Briefe aus Berlin, worin uns von wohlunterrichteter Seite mitgeteilt wurde, daß man bei Hofe nicht den mindesten Wert darauf lege, daß die spanische Krone einem Hohenzollern zufalle. Wir beschäftigten uns demnach weit mehr mit unserem Hausbau, als mit der Politik.

Aber allmählich wurden wir doch aufmerksam. So wie vor dem Sturm ein gewisses Blätterrascheln durch den Wald geht, so raschelt es vor dem Krieg von gewissen Stimmen durch das Volk. „Nous aurons la guerre – nous aurons la guerre!“ das tönte durch die pariser Luft. Da erfaßte mich unsägliches Bangen. Nicht um die Meinen – denn wir Österreicher waren ja vorläufig aus dem Spiele; im Gegenteil: uns sollte ja möglicherweise „Satisfaktion“ geboten werden – die bekannte Sadowa-Rache. Aber wir hatten es verlernt, den Krieg vom nationalen Standpunkt aus zu betrachten, und was er vom menschlichen, vom edelmenschlichen ist – das weiß man ja. Das drücken folgende Worte aus, die ich einst aus dem Munde Guy de Maupassants gehört:

„Quand je songe seulement à ce mot „la guerre“ – il me vient un effarement, comme si l’on me parlait de sorcellerie, d’inquisition, d’une chose lointaine, finie, abominable, contre nature.“ …

Als die Nachricht eintraf, daß Prim dem Prinzen Leopold die Krone angetragen, hielt der Herzog von Grammont im Parlament eine mit großem Beifall aufgenommene Rede, ungefähr nachstehenden Inhalts:

„Wir mischen uns nicht in fremde Angelegenheiten, aber – wir glauben nicht, daß die Achtung vor den Rechten eines Nachbarstaates

Empfohlene Zitierweise:

Bertha von Suttner: Die Waffen nieder!. E. Pierson’s Verlag, Dresden/Leipzig 1899, Band 2, Seite 244. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bertha_von_Suttner_%E2%80%93_Die_Waffen_nieder!_(Band_2).djvu/249&oldid=2800090 (Version vom 11.5.2016)