Seite:Bertha von Suttner – Die Waffen nieder! (Band 2).djvu/251

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Preußen wird nicht nachgeben, denn es ist ihm daran gelegen, dem Wahnsinnigen, den Krieg heraufzubeschwören. Durch seine Erfolge von 1866 berauscht, glaubt es, jetzt auch über den Rhein seine Sieges- und Raubeszüge machen zu dürfen – aber da sind wir da, Gott sei Dank, solche Gelüste den übermütigen Spitzhelmen zu vertreiben … In diesem Tone geht es fort. Napoleon III. zwar, wie wir durch ihm nahestehende Personen erfahren, wünscht nach wie vor die Erhaltung des Friedens; aber in seiner Umgebung finden die Meisten, daß ein Krieg jetzt unvermeidlich sei, daß – da man im Volke ohnehin mit der Regierung unzufrieden – das Beste, was man thun könne, um sich den Respekt des ruhmsüchtigen Landes zu sichern, ein glücklicher Krieg wäre: „il faut faire grand“.

Nun wird in der Runde bei anderen europäischen Kabinetten über die Angelegenheit angefragt. Jedes erklärt, daß es den Frieden wünsche. In Deutschland wird ein aus Volkskreisen stammendes Manifest veröffentlicht, welches unter Anderen auch von Liebknecht unterzeichnet ist, worin es heißt: „der bloße Gedanke an einen deutsch-französischen Krieg sei ein Verbrechen“ Bei dieser Gelegenheit erfahre ich und kann es in mein Friedensprotokoll eintragen: „daß eine große Verbindung mit hunderttausenden von Mitgliedern existiert, welche die Abschaffung aller Vorurteile des Standes und der Nation zum Programmpunkt erhoben hat.“

Benedetti erhält die Mission, den König von

Empfohlene Zitierweise:
Bertha von Suttner: Die Waffen nieder!. E. Pierson’s Verlag, Dresden/Leipzig 1899, Band 2, Seite 246. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bertha_von_Suttner_%E2%80%93_Die_Waffen_nieder!_(Band_2).djvu/251&oldid=3220192 (Version vom 31.7.2018)