Seite:Bertha von Suttner – Die Waffen nieder! (Band 2).djvu/272

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hat allemal aufgehört „menschlich zu“ sein. Was in ihm geweckt und gewaltsam aufgestachelt worden, ist ja eben die Bestie.


* * *


Metz gefallen … So lautete an jenem Tage die zwar noch verfrühte aber einige Zeit später doch zur Wahrheit gewordene Nachricht, die in der Stadt wie ein einziger großer Schreckensschrei widerhallte.

Mir ist die Nachricht von der Einnahme einer Festung eher eine Erleichterung bringende Botschaft; denn ich denke: das gibt doch eine Entscheidung. Und darnach nur – daß die blutige Partie aus sei – nur danach geht mein Sehnen. Aber nein: nichts ist noch entschieden – es sind ja noch mehr Festungen da. Nach einer Niederlage heißt es nur, sich aufraffen und doppelt kräftig entgegenhauen – das Glück der Waffen kann ja wechseln. Ja wohl, bald dort, bald hier kann der Vorteil sein; wäre dabei nur nicht auf beiden Seiten der sichere Jammer, der sichere Tod.

Trochu fühlt sich veranlaßt, den Mut der Bevölkerung durch eine neue Proklamation zu heben und beruft sich darin auf einen alten Wahlspruch der Bretagne: „Mit Gottes Hilfe für das Vaterland.“ Das klingt mir nicht eben neu – ich muß ähnlichem schon in anderen Proklamationen begegnet sein. Es verfehlt eben seine Wirkung nicht: die Leute sind begeistert. Jetzt heißt es, Paris in eine Festung umwandeln.

Paris Festung? Ich kann den Gedanken nicht fassen. Die Stadt, welche Victor Hugo „la villelumière“

Empfohlene Zitierweise:
Bertha von Suttner: Die Waffen nieder!. E. Pierson’s Verlag, Dresden/Leipzig 1899, Band 2, Seite 267. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bertha_von_Suttner_%E2%80%93_Die_Waffen_nieder!_(Band_2).djvu/272&oldid=2800123 (Version vom 11.5.2016)