Seite:Bertha von Suttner – Die Waffen nieder! (Band 2).djvu/300

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Nein ich kann nicht, kann nicht!

Ich habe es versucht: zehn halbgeschriebene, zerrissene Blätter liegen auf dem Boden neben meinem Schreibtisch – ein Herzkrampf befiel mich – die Gedanken stockten oder kreisten wild in meinem Hirn – – ich mußte die Feder wegwerfen und weinen, bitter, heftig, kläglich weinen, wie ein Kind.

Jetzt, einige Stunden später, nehme ich meine Aufgabe wieder vor. Aber auf die Beschreibung der Einzelheiten nachstehenden Geschehnisses, auf Mitteilung dessen, was ich dabei empfunden – muß ich verzichten.

Die Thatsache genügt:

Friedrich – mein Einziger! – ward – infolge eines bei ihm gefundenen berliner Briefes der Spionage verdächtigt … von einer fanatischen Rotte umringt „à mort – à mort le Prussien!““ – vor ein Patriotentribunal geschleppt – – am 1. Februar 1871 – – – – – – – – standrechtlich erschossen.

Empfohlene Zitierweise:
Bertha von Suttner: Die Waffen nieder!. E. Pierson’s Verlag, Dresden/Leipzig 1899, Band 2, Seite 295. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bertha_von_Suttner_%E2%80%93_Die_Waffen_nieder!_(Band_2).djvu/300&oldid=3220237 (Version vom 31.7.2018)