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überein – was ihn aber nicht hindert, natürlich, alljährlich die Waffenübungen mitzumachen und was ihn nicht hindern kann, wenn morgen der über unseren Häuptern schwebende europäische Riesenkrieg ausbricht, an die Grenze zu marschieren. Und dann werde ich es vielleicht noch einmal sehen müssen, wie mein Teuerstes auf der Welt dem Moloch hingeopfert – wie ein liebegesegneter Herd, an welchem meinem Alter Ruhe und Friede winkt, in Trümmer geschlagen wird.

Werde ich das noch erleben müssen und dann unwiederbringlich dem Wahnsinn verfallen, oder werde ich den Triumph der Gerechtigkeit und Menschlichkeit noch sehen, der jetzt, gerade jetzt in weitverzweigten Bündnissen und in allen Schichten der Völker so sehnsuchtskräftig nach Bethätigung ringt?

Die roten Hefte – mein Tagebuch – weisen keine weiteren Eintragungen auf. Unter das Datum 1. Februar 1871 habe ich ein großes Kreuz gemacht, und damit schloß auch meine Lebensgeschichte ab. Nur das sogenannte Protokoll – ein blaues Heft – welches Friedrich mit mir angelegt und in das wir die Phasen der Friedensidee aufgezeichnet haben, ist seither mit einigen Notizen bereichert worden.

In den ersten Jahren, welche dem deutsch-französischen Krieg folgten, hätte ich – abgesehen von meinem geisteskranken Zustande – kaum Gelegenheit gehabt, eine Friedenskundgebung zu verzeichnen. Die zwei einflußreichsten Nationen des Festlandes schwelgten in Kriegsgedanken: die eine im stolzen Rückblick auf die errungenen Siege, die andere in sehnender Erwartung

Empfohlene Zitierweise:
Bertha von Suttner: Die Waffen nieder!. E. Pierson’s Verlag, Dresden/Leipzig 1899, Band 2, Seite 303. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bertha_von_Suttner_%E2%80%93_Die_Waffen_nieder!_(Band_2).djvu/308&oldid=- (Version vom 31.7.2018)