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               (Der Arzt kommt.)

Arzt. „Laß den Zahn mich einmal sehen;

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          Es ist gut, wenn ich ihn seh’.“

          Spricht’s, fängt aber an zu drehen,
          Und das Kind ruft ach und weh.
          Doch der Zahn ist ausgefahren,
          Und gestillet ist die Noth;

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          Keinen Zucker mehr seit Jahren

          Aß das Kind, aß lieber Brot.


          39. Das Wasserrädchen.

Kind. Lustig, lustig, Rädchen, laufe!
          Daß ich auch brav Mehl verkaufe,
          Wasser mußt genug du haben,
          Hat so viel da hier im Graben.

(Es gießt so viel Wasser auf, daß das Rädchen zusammenfällt.)

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Rädchen. Liebes Kind, mußt deine Sachen

          Künftig etwas besser machen.
          Bin ein Rädchen und kein Rad,
          Das so große Kräfte hat.
          Nicht zu wenig, nicht zu viel,

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          Das ist’s, was ich haben will.


Kind. Weiß es nun ein ander Mal,
          Klüger machte mich dein Fall.
          Steh’ jetzt wieder artig auf,
          Und fahr’ fort im muntern Lauf.

Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm August Corrodi: Fünfzig Fabeln und Bilder aus der Jugendwelt. Zürich 1876, Seite 59. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Corrodi-Fabeln_und_Bilder.djvu/59&oldid=2874332 (Version vom 17.8.2016)