Seite:Das Land Gigantea.pdf/13

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Nur so war es ja erklärlich, daß die Flugdrachenreiter, nachdem sie abgestiegen waren und seine Fußspuren gefunden hatten, mit so großer Hartnäckigkeit diesen nachgingen und nichts unterließen, um festzustellen, wo er geblieben.

Das anfängliche Gefühl des Unbehagens bei diesem ersten Luftritt wurde sehr bald schwächer und verschwand schon nach zehn Minuten vollständig, als August Wend erst gemerkt hatte, wie sicher das mächtige, schnelle Tier durch die klare, sonndurchwärmte Luft dahinzog. Mehr noch: Es stellte sich bei dem Steuermann sogar ein Gefühl heller Freude über diese rasche Art der Fortbewegung ein, und mit einem Lächeln voller Hohn entwarf er nun bereits wieder allerlei neue finstere Pläne, die auf nichts anderes abzielten, als den scheinbar schon ganz aussichtslos gewesenen Kampf um die Goldschätze der Najade hartnäckig, verschlagen und rücksichtslos fortzuführen.

Hierzu gehörte in erster Linie, so überlegte der Steuermann sich die Sachlage, daß er sich mit guten Schußwaffen versah. Besaß er diese erst, dann sollte es nicht lange dauern, bis er seine Gegner unschädlich gemacht hätte.

Daß August Wend ein Verbrecher von nicht gerade gewöhnlichen Geistesfähigkeiten war, hatte er schon zur Genüge durch seinen ebenso brutalen wie raffinierten Anschlag auf das Goldschiff bewiesen. Wir wollen unsere lieben Leser, denen auch die dieser Erzählung vorangegangenen Bändchen bekannt sind, daran erinnern, daß er – doch gewiß ein Gedanke von seltener Vertiertheit – die Besatzung der Najade seiner Zeit bis auf drei Leute durch ein künstliches Hervorrufen des gefährlichen gelben Fiebers an Bord beseitigt hatte und dann, wie in den Heften „Das Tagebuch des Steuermanns“ und „Das Gold der Najade“ geschildert ist, auch weiterhin sein Verhalten ganz darauf einrichtete, einen durch Naturgewalten, heftige Stürme verursachten Untergang des wertvollen Schiffes recht glaubwürdig erscheinen zu lassen.

Kein Wunder mithin, daß dieser geistig gut veranlagte

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W. Belka: Das Land Gigantea. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1919, Seite 12. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Land_Gigantea.pdf/13&oldid=- (Version vom 31.7.2018)