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unteren Terrasse noch vor und beeilten sich nun, aus der Felsenwildnis herauszukommen und einen Weg zu erreichen, der durch die Täler des Dschebel Achdar nach Semed führte und die Hauptstraße zwischen dieser Stadt und dem Hafenplatz Maskat darstellte.

Es war gegen elf Uhr abends, als sie das englische Hotel am Hafen in Maskat erreichten, in dem sie abgestiegen waren. Liegt doch das ganze Geschäftsleben in Oman in den Händen der vielseitigen Herren Briten, die den Sultan des Landes völlig beherrschen und dafür sorgen, daß ja keine andere Nation hier Handelsbeziehungen anknüpft.

Während die Gefährten noch auf dem Zimmer des Ingenieurs ein verspätetes Nachtmahl einnahmen, erschienen bei ihnen drei farbige Polizisten der Hafenwache, zeigten einen regelrecht ausgefertigten Haftbefehl … wegen Ermordung eines Eingeborenen, des Einsiedlers Kir Bali vor, und nahmen die Opfer englischer Heimtücke auch sofort mit nach dem Polizeigefängnis, wo die drei angeblichen Mörder alsbald genau durchsucht wurden.

Zum Glück hatte aber Ring in Voraussicht ähnlicher Zwischenfälle das Gold und auch das Lederdokument des Wahhabiten, auf dem eine Zeichnung in roter und blauer Farbe deutlich sichtbar gewesen war, als der Ingenieur die Rolle geglättet hatte, auf dem Heimwege unweit der Stadt unter einer Dattelpalme eingescharrt, so daß dieser niederträchtige Anschlag Shlooks ganz erfolglos blieb. Das, was der Engländer wohl jetzt bei einem der Deutschen vermutet hatte und worauf sein ganzes Sinnen und Trachten stand, war nicht zu finden.

Nach vier Tagen erst ließ man die Deutschen wieder frei, indem man ihnen jedoch nahelegte, das Land ungesäumt zu verlassen.

Im Hafen von Maskat lag gerade ein kleiner Frachtdampfer, dessen Kapitän, einen Schweden, Ring sehr gut kannte. Der nahm die drei an Bord seines „Kung Christian“ auf und … setzte sie zwei Tage darauf bei anbrechender Dunkelheit westlich von Maskat bei einem kleinen Dorfe an der Küste wieder an das Land. Hier erhielt Ring von dem Dorfältesten für teures Geld noch

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Das Rätsel des Dschebel el Dachali. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 10. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_R%C3%A4tsel_des_Dschebel_el_Dachali.pdf/11&oldid=- (Version vom 31.7.2018)