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die Felswand mit den Augen abgesucht und ebenso angespannt gelauscht hatten, meinte Heinz Brennert enttäuscht:

„Schade, ich hoffte schon, daß wir hier jetzt vielleicht etwas erleben würden, was ich daheim meinen Klassenkameraden als nervenprickelndes Abenteuer berichten könnte. Bisher ist es ja auf unserer Reise nur allzu friedlich hergegangen, gerade als ob wir eine Tour durch Thüringen oder das Riesengebirge gemacht …“

„… hätten …“ wollte der schlanke Junge noch hinzufügen. Wollte …! Aber das Wort erstarb ihm im Munde.

Ein wahnwitziger, gellender Angstschrei ertönte plötzlich wieder …

Die drei Deutschen schauten sich mit seltsam starren Gesichtern an. Dann eilte der Ingenieur mit einem kurzen: „Jetzt weiß ich Bescheid …!“ in den Engpaß hinein, gefolgt von den beiden anderen, die sich durch sein Beispiel ebenfalls schnell aufgerafft und das lähmende Gefühl des Entsetzens abgeschüttelt hatten.

Kaum zehn Meter weit lief Ring den Hohlweg entlang, wandte sich dann nach rechts und begann hier in einer schmalen Felsspalte emporzuklimmen, wo offenbar von Menschenhand abwechselnd an jeder Seite stufenartige Vorsprünge ausgehauen waren.

Dieser Kamin, wie man auch wohl eine solche Bergspalte nennt, machte nach kurzem geraden Verlauf eine scharfe Biegung nach links und mündete hier auf einer zweiten Terrasse, die infolge der Lage der etwa fünfzehn Meter darunter befindlichen, wo die Deutschen ihre Pferde zurückgelassen hatten, von dieser aus nicht bemerkt werden konnte oder doch jedenfalls nur in Gestalt jenes Felsvorsprungs, auf den Doktor Wallner seinen Neffen schon vorhin aufmerksam gemacht hatte. Im Gegensatz zu der unteren Terrasse jedoch zeigte sich diese hier recht uneben und besät mit Steintrümmern, von denen einige spitz wie riesige Nadeln in die Luft ragten, andere wieder wirr übereinander lagen.

Der Ingenieur hatte sofort nach kurzem Blick über diesen großen Bergaltan seine Schritte nach einer Steinanhäufung

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Das Rätsel des Dschebel el Dachali. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 4. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_R%C3%A4tsel_des_Dschebel_el_Dachali.pdf/5&oldid=- (Version vom 31.7.2018)