Seite:Deß Weltberuffenen Simplicissimi Pralerey und Gepräng mit seinem Teutschen Michel.djvu/97

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

so verhasset / das sichs ein ehrlicher Mann schämbt außzusprechen / und wann es jemand ungefähr im Zorn oder sonst entwischt / so wirds einem vor eine schändliche Red gerechnet / dahero es etliche verzwicken wann sie es jemand also nachsagen / was geschneids mich? Ist aber gefählet / weil dises schöne Wort jetziger Zeit unter vilen tausend Teutschen kein einiger mehr recht verstehet; Neulich wurde einer von einem Priester vor der Obrigkeit verklagt / er hätte ihn hinterrucks geschmähet / indem er gesagt / was gehey ich mich umb den Pfaffen? Beklagter verantwortet sich hingegen folgender Gestalt:

Daß ich dise Wort geredet hab / kan und wil ich nicht läugnen / daß ich aber seine Ehrwürde damit beschimpfft / kan ich nimmermehr gestehen; dann das uralte Wort Ey / welches beydes Griechen und Lateiner Hei schreiben und außsprechen / est interjectio ingemiscentis, gleichsamb ein seufftzendes Ach! Wann ich mich nun nichts umb den Priester oder seine Wolfahrt kräme / bekümmere / geeye / oder seinetwegen