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Habe chinesischen Pagodenstil gewählt, ausgeschweifte Dächer, bunte Kacheln, viele Drachen, kleine Glöckchen; habe mich dazu entschlossen, weil dies Jahr, wie gesagt, nur von China gesprochen werden wird. Teepagode wird a great success sein! Brauche zur inneren Dekoration chinesische Ansichten; wollen Sie sie malen?«

Ich ging auf diesen Vorschlag gern ein und mußte meine Mappen chinesischer Skizzen bringen, von denen ich so manche gemalt habe, während Sie zuschauten. Vater und Tochter suchten gleich aus. Die Prinzeß war für das Malerische: ein Sonnenuntergang auf dem Yangtse, verwitterte alte Mauern in Hangtschau, ein Gewühl von Booten bei Kanton gefielen ihr, aber der alte O’Doyle verwarf das alles. »Ich will lauter Pekinger Bilder haben,« sagte er, »dort liegt die Hauptgefahr, hat Hofer gesagt, davon wird gesprochen werden.«

Es sind wohl noch nie Bilder nach merkwürdigerem Grundsatz bestellt worden!

Schließlich entschied er sich für einen Eckturm der Pekinger Stadtmauer, für eine Ansicht der Kaiserstadt mit den goldgelben Dächern der Paläste und für ein Stadttor, durch das eine Truppe chinesischer Soldaten zieht – das behagte ihm besonders, denn er meinte, sie sähen alle wie Räuber, Aufrührer und Mörder aus und würden daher sehr

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Elisabeth von Heyking: Briefe, die ihn nicht erreichten. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin 1903, Seite 133. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Briefe_die_ihn_nicht_erreichten_Heyking_Elisabeth_von.djvu/134&oldid=2801027 (Version vom 11.5.2016)