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und Spott überspringt, alles plötzlich wieder in Frage stellend. Heiliger Ernst und Blague, ungefähr zu gleichen Teilen – eine echt slawische Mischung.

Die Amerikaner, die bei dem Diner zugegen waren, sind alle weitgereiste und gebildete Leute, besonders auch die Frauen. Aber keiner von ihnen scheint tätigen Anteil am amerikanischen politischen Leben zu nehmen. Sie waren offenbar stolz auf ihr Land, aber sie schienen es als einen Eilzug anzusehen, mit dem sie gern zu reisen bereit sind, aber dessen Führung sie lieber andern überlassen. Denn in Amerika zeigen gerade die Besten eine gewisse Scheu davor, sich an den öffentlichen Angelegenheiten handelnd zu beteiligen – na, um so besser, denn es ist auch so schon ein genügend gefährlicher Konkurrent.

Der alte Mr. Bridgewater schien am meisten Interesse an Regierungsgeschäften zu nehmen; vielleicht ist es eine Folge seines langen Aufenthalts in Ländern, wo die geringste Verbindung mit der offiziellen Welt denjenigen Glanz verleiht, den hier eine noch so entfernte Verwandtschaft mit den Vanderbilts oder Astors gewährt.

Von Mr. Bridgewater geleitet, langte die Konversation bald beim Imperialismus und der wachsenden Wichtigkeit der Vereinigten Staaten an.

Empfohlene Zitierweise:
Elisabeth von Heyking: Briefe, die ihn nicht erreichten. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin 1903, Seite 63. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Briefe_die_ihn_nicht_erreichten_Heyking_Elisabeth_von.djvu/64&oldid=- (Version vom 31.7.2018)