Seite:De Die blutige Rache einer jungen Frau.djvu/081

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sie davon. Diese kam sogleich mit der Mutter Chow herbeigeeilt und, da die Zimmerthür mit Gewalt geöffnet war – o, Worte können den Schrecken und das Entsetzen nicht beschreiben, das sich ihrer bemächtigte, als sie dies traurige Schauspiel vor ihren Augen sahen. Der alte Herr Wang hatte kaum das grässliche Ereigniss gehört, als er auch selbst schon in das Zimmer eilte. Es wäre unnöthig, die traurigen Scenen zu schildern, die darauf folgten. Weder der alte Herr, noch seine Gattin wussten, weshalb ihre geliebte Tochter diese rasche That begangen hatte. Die Nothwendigkeit heischte jedoch die schnellsten Schritte, den Körper zu beerdigen. Ein Sarg wurde herbeigeschafft, und die einst so liebenswürdige und geliebte Lẅan unter Thränen und Klagen des ganzen Hauses dem stillen Grabe übergeben.


Nun haben wir nur noch zu berichten, dass Se. Würden Keue, die Hauptmagistratsperson des Wookeang-Distrikts das Dokument von der Militärstation zu Nan Yang erhielt. Nach Durchlesung desselben war er nicht wenig erstaunt, da er seit Menschengedenken niemals von einem so ungewöhnlichen Falle gehört hatte. Zur nämlichen Zeit war Se. Würden Chaou der Tuy Kwan[1] im Gefolge des kaiserlichen Censors Fanche (welcher diesen Theil des Landes wegen einer näheren Besichtigung durchreiste), in den Distrikt von Wookeang gekommen; Keue the Che heen, hatte den


  1. Eine alte Civilwürde, gleich dem modernen Chefoo-ship.
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unbekannt, Adolf Böttger (Übersetzer): Die blutige Rache einer jungen Frau. Wilhelm Jurany, Leipzig 1847, Seite 79. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Die_blutige_Rache_einer_jungen_Frau.djvu/081&oldid=- (Version vom 31.7.2018)