Seite:De Suchende Seelen (Meisel-Heß).djvu/117

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„Ehrlich“ hm … Und die „volkstümlichen“ Feuilletons in dem bekannten „g’müatlichen“ Ton? O wie hatte er ihn immer angeekelt, dieser Ton einer feisten Verlogenheit, die die Mühseligen und Beladenen über ihr Elend hinwegtäuschen und ihre Besinnung über sich selbst klug verhindern wollte durch eine heuchlerische Rührseligkeit, durch Suggestion eines populären „Behagens“, das in Wirklichkeit nirgends für sie da war. Volk – Volk, mit den heiligen, ruhlosen Armen, mit den todesernsten Augen, die das Leuchten verlernt haben, weil sie hineinblicken in die schrecklichen Werk-Stätten des Lebens, aus denen alle Formen des Genusses und der Erhaltung hervorgehen, –

Empfohlene Zitierweise:
Grete Meisel-Heß: Suchende Seelen. Leipzig 1903, Seite 120. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Suchende_Seelen_(Meisel-He%C3%9F).djvu/117&oldid=3256574 (Version vom 31.7.2018)