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abängstigen wollte, weil die Frau in the family way ist! – Bei Corneliens erster Entbindung lamentirte ich auch ganz kläglich, aber mein Hausarzt, ein vortreflicher praktischer Mann, beruhigte mich gründlich durch ein Wort: Das ist die Sache der Frauen! sprach er. – Ich finde diese einfache Bemerkung so luminös, so erschöpfend, so beschwichtigend, durch den Erfolg so bewahrheitet, daß sie mir bei solchen Fällen für immer Gelassenheit gegeben hat. Das ist die Sache der Frauen! die Natur hat sie dafür bestimmt, also sterben sie nicht davon. Sie sterben .… weil sie nicht unsterblich sind; aber nicht weil sie Kinder zur Welt bringen.“

„Gott segne Ihre Ruhe,“ sprach Gotthard kurz.

Es herrschte nicht die geringste Uebereinstimmung in den Characteren der beiden Männer, aber die größte in ihren Gewohnheiten. Daraus kann sich keine Freundschaft bilden, aber das Zusammenleben kann einen höchst freundschaftlichen Anstrich bekommen. So war es mit Eustach und Gotthard. Der Fürst fand Eustach von perniziösen Grundsätzen bei Verfolgung seiner Zwecke geleitet, da sie nichts berücksichtigten als sein persönliches Wol; – und Sambach fand Gotthards Grundsätze noch weit perniziöser, da er mit denselben zu gar keinem befriedigenden Resultat gelange.

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Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Zweiter Band. Berlin 1845, Seite 51. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn)_v_2.djvu/052&oldid=3262016 (Version vom 31.7.2018)