Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn) v 2.djvu/071

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Du hattest es aufs Beste mit mir im Sinn und zu ändern ist es nicht mehr! aber das schwör' ich Dir; wär' es zu ändern – und ich hätte zu entscheiden: so würde die Gräfin nie jene Briefe bekommen haben! – Und nun sprich mir von Deinen Plänen für die nächste Zukunft.“

Bis in die Nacht hinein plauderten die Geschwister traulich zusammen. Leonor wollte nach England und Frankreich, zum Theil im Interesse seiner Wissenschaft, und hauptsächlich um die weit höher ausgreifenden, welche die Gegenwart bewegten, erschütterten, neu zu gestalten strebten, von ihrem Grunde bis zu ihrem Ziel bei deren Fahnenträgern zu verfolgen. Dann wollte er das Glück der Unabhängigkeit genießen, die Welt nach Lust und Laune durchstreifen, die Freuden und Gebrechen der Gesellschaft im vollsten Umfang kennen lernen, die Menschen studiren von der Straße bis in den Salon hinein, nicht physisch, sondern psychologisch, aus diesem Studium den Schluß gleicher Berechtigung für Alle ziehen, und auf diese praktische Gleichheit aus allen Kräften hinwirken, die ihm durch geistige und materielle Mittel zu Gebot standen.

„Gott! und das Alles in vier kurzen Jahren! rief Dorothee verwundrungsvoll; ach, Leonor! Du wirst nicht damit zu Stande kommen! Weißt Du

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Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Zweiter Band. Berlin 1845, Seite 70. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn)_v_2.djvu/071&oldid=3262035 (Version vom 31.7.2018)