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gestreut, die Pflanze ist aufgegangen; sie trägt ihre Frucht.“

„Weil Du sie mit barbarischem Eigensinn hegst und pflegst.“

„Weil es nicht in meiner Macht steht dem Gift zu wehren, welches sich von ihr ausgehend durch unsre Lebensatmosphäre verbreitet hat.“

„O Cornelie! die Liebe des Weibes ist ein Antidot.“

„Wie oft soll ich Dir wiederholen, daß ich Dich nicht mehr liebe, Eustach, und daß

ich mich verachten müßte wenn ich handelte als ob ich Dich liebte. Sieh, Eustach! bei einem Mann von edler Denkungsart kann dennoch eine Schwäche vorkommen, ein Taumel, ein Zauber ihn ergreifen und bethören“ .… –

„Und diese Möglichkeit willst Du mir nicht zugestehen? Andre willst Du entschuldigen und nicht mich? Ich allein, grade ich, soll ein Verworfner, ein Missethäter sein? Für Andre hast Du allendlich Verzeihung und für mich ewige Höllenstrafe?“

„Ich glaube daß es möglich ist einem edlen Mann eine so zu sagen ehrliche Untreue zu verzeihen. Ob ich es könnte ist noch die Frage. Aber eine besonnene,

überlegte, langausgedehnte, scheinheilige, komödienhaft einstudirte Untreue, die ihren Ursprung

Empfohlene Zitierweise:
Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Zweiter Band. Berlin 1845, Seite 90. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn)_v_2.djvu/091&oldid=3262055 (Version vom 31.7.2018)