Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn) v 2.djvu/102

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und auf meinen Händen will ich Dich durch's Leben tragen.“

„Ich war bei Dir geblieben; ich hatte keinen Groll gegen Dich und das heißt Vergebung; entgegnete Cornelie; dafür hast Du mich gefoltert, und jezt wagst Du von Liebe zu sprechen? Eustach! Eustach! komm doch zur Besinnung über Dich, und laß Dir und mir Gerechtigkeit widerfahren. Dann wirst Du erkennen, wie ich nur unter der Bedingung, daß Du Deine Liebensansprüche fallen läßt, bei Dir bleiben kann.“

„Ich will sie nicht fallen lassen,“ sprach er trotzig.

Die Angelegenheiten des Hofmarschalls fanden sich höchst wolgeordnet und für jede Tochter ein Erbtheil von 12000 Thalern. Als Cornelie diese Nachricht empfing sank sie auf die Knie und rief unter heißen Thränen:

„O mein Vater! sogar Dein Tod ist ein Segen für Deine Tochter. Nun bin ich erlöst!“

Sie theilte augenblicklich dies Ergebniß an Eustach mit, und fügte die Erklärung hinzu, daß sie binnen vierzehn Tagen nach der Schweiz abzureisen dächte.

„Ich will Ihre Projecte nicht länger stören, Frau Gräfin, da ich vermuthe daß Fürst Gotthard Sie mit flammender Ungeduld erwartet. Allein ich

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Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Zweiter Band. Berlin 1845, Seite 101. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn)_v_2.djvu/102&oldid=3262066 (Version vom 31.7.2018)