Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn) v 2.djvu/159

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.


Wirkungskreis. Einseitige Talente, ja, denen kann er fehlen, und von denen wimmelt leider die Welt! aber ein tüchtiger, ganzer Mensch befindet sich warlich im Irrthum oder von grenzenloser Eitelkeit befangen, wenn der seine ihm nicht recht ist.“

„Man muß sehr stolz sein, gnädige Gräfin, um sich einem jeden gewachsen und von keinem erdrückt zu fühlen.“

„Man muß haben den Stolz der Genügsamkeit, der seine Ehre darin setzt die geringste Sphäre mit der größten Treue auszufüllen; und den hoffe ich zu besitzen. Uebrigens aber ist eine durcharbeitete Seele, welche ihre Arbeit nicht auf kleinliche äußerliche Zwecke richtet, nicht stolz, sondern ruhig. Sie will nichts von Andern, nicht Beifall, nicht Lob, nicht Schmeichelei. Den Pöbel kränkt's wenn man nicht nach seinem Beifall jagt und geizt. Er ist so wenig, daß er sich beständig verschmäht und übersehen fühlt, und es demjenigen nicht verzeiht, der ohne an ihn zu denken gelassen seinen Weg geht. Er nennt Alles stolz was nicht mit ihm fraternisirt und macht das Wort zu einem Vorwurf. Er hat Recht von seinem Standpunkt aus, denn mit dem Stolz ist immer eine Geringschätzung Anderer verbunden; und wie sollte man den Pöbel nicht gering schätzen! – Aber uns die wir ein inneres Sein

Empfohlene Zitierweise:
Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Zweiter Band. Berlin 1845, Seite 158. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn)_v_2.djvu/159&oldid=3262123 (Version vom 31.7.2018)