Seite:Deutschland unter Kaiser Wilhelm II Band 3.pdf/147

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vereinzelt von ihm abgelöst und dann in gewissen Abständen je nach den Anfangsgeschwindigkeiten ihrer Abschleuderung begonnen haben, sich in Scharen von freien Bahnen unter der Anziehungswirkung des Planeten in nahezu unveränderlichen Grenzen dauernd zu ordnen.

Gewisse Analogien hierzu bilden ja die Planetenscharen zwischen der Marsbahn und der Jupiterbahn und vielleicht ringähnliche Bahngruppen von kleinsten planetarischen Massen, welche, nach von Seeligers eingehenden Untersuchungen, der Erdbahn, besonders nach der Seite der Venusbahn hin möglicherweise benachbart sind und dann die Erklärung des Tierkreislichtes bilden könnten.

Über die Erde und den Mond ist aus dem letzten Vierteljahrhundert von deutschen astronomischen Leistungen wesentlich nur das zu berichten, was ich im Eingange meiner ganzen Betrachtung über geonomisch-geodätische und geophysische Forschungsergebnisse betreffend Erdgestalt und Erdbewegung gesagt habe. Gewisse neue Hypothesen über die Zusammensetzung und Schichtung der Erdatmosphäre, die sich an die Entwicklung der Aeronautik anschließen, sind zunächst wohl noch dem Gebiet der fachmäßigen Erörterung vorzubehalten, so wertvolle Anregungen sie auch schon enthalten.

Sei es nur gestattet, zum Abschluß dieser ganzen Betrachtung noch einige Worte zu sagen über die anscheinende „Weltfremdheit“ einer ganzen Reihe von Forschungen, von denen ich doch mit unverhohlener Begeisterung berichtet habe, wie z. B. von den Bewegungen in der fernsten Sternenwelt und von den Katastrophen der „Neuen“ Sterne.

Ich habe dabei alle Ausblicke in die fernsten Fernen und Möglichkeiten der Zukunft und auch der Vergangenheit vermieden und nur die Herrlichkeiten gesetzmäßigen Denkens und Gestaltens vor Augen gehabt, die von den Himmelserscheinungen bestätigt und geweiht werden. Mitten in den gewaltigen Weltvorgängen, die uns umgeben, kann aus diesen Herrlichkeiten, deren treueste Begleiterscheinung in den Menschenseelen die Güte und Großmut ist, einst ein Paradies auch auf Erden hervorblühen, wenn es auch nur vorübergehend wäre.

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Diverse: Deutschland unter Kaiser Wilhelm II. – Band 3. Verlag von Reimar Hobbing, Berlin 1914, Seite 1276. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Deutschland_unter_Kaiser_Wilhelm_II_Band_3.pdf/147&oldid=- (Version vom 31.7.2018)