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Aber hier waren in der Beilage nicht jene beiden Artikel angestrichen, obwohl Haberlein dafür reges Interesse zeigte und immer wieder hinschaute, als wollte er sich den Inhalt genau einprägen.

Da stand unter der Überschrift: „Ein Radioamateurscherz?!“ folgendes:

„Ein Radioamateur teilt uns mit, daß er in der verflossenen Nacht von 11 Uhr 35 Minuten einen Sender auf Welle 900 gehört habe, der offenbar Chiffredepeschen in Buchstaben, nicht in Morsezeichen, verbreitete. Dieser Sender, wahrscheinlich ein Experimentiergerät eines Amateurs, müsse mit mindestens 100 Watt gearbeitet haben. Die Welle sei sehr konstant gewesen, und die Sprache überaus klar. Um 12 Uhr 16 Minuten sei dann ganz plötzlich offenbar dicht vor dem Mikrophon dieses Senders lauter Wortwechsel einer männlichen und einer weiblichen Stimme erklungen und daher durch den Sender wiedergegeben worden. Zum Schluß habe die Frauenstimme gellend geschrien: „Wenn Du das tust, hast Du die längste Zeit gelebt!“ Dann sei der Sender abgestellt worden. – Unser Gewährsmann meint, daß dieser angebliche Streit wohl nur Komödie gewesen sei, eben ein Scherz jenes Amateurs, der seinen Amateurkollegen eine kleine Sensation bereiten wollte. – Ob der Sender hier in Berlin oder in einem Vorort arbeitete, konnte der Herr, dem wir diese Angaben verdanken, nicht feststellen. Immerhin sagte ihm seine Rahmenantenne,

Empfohlene Zitierweise:
Walther Kabel: Die Antenne im fünften Stock. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1926, Seite 19. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Antenne_im_f%C3%BCnften_Stock.pdf/19&oldid=- (Version vom 31.7.2018)