Seite:Die Eroberung des Brotes.pdf/191

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eingeprägt bleiben wird – an dem die Föderierten, von allen Seiten herbeigeeilt, den Boden des Marsfeldes zur Feier ihres Festes zurichteten.

An diesem Tage war Frankreich eins; beseelt von einem neuen Geiste, ahnte es, sah es die Zukunft – welche sich vor ihm in gemeinschaftlicher Arbeit auf den Feldern eröffnete.

Und in der gemeinschaftlichen Arbeit auf dem Felde werden auch die befreiten Gesellschaften ihre Einheit wiederfinden und den Haß und die Verachtung begraben, welche sie bis jetzt gespalten.

*

Da in der neuen Gesellschaft die Solidarität, diese immense Kraft, welche die Energie und die schöpferischen Kräfte des Menschen verhundertfacht, Platz findet – so kann sie mit der ganzen Frische der Jugend an die Eroberung schreiten.

Da sie aufhört, für unbekannte Käufer zu produzieren, und die Bedürfnisse und Geschmacksrichtungen in ihrem eigenen Schoße zu befriedigen sucht, wird eine solche Gesellschaft einem jeden ihrer Mitglieder reichlich das Leben und den Wohlstand sichern und zu gleicher Zeit die moralische Genugtuung bieten, welche die frei gewählte und frei verrichtete Arbeit und die Freude, leben zu können, ohne in das Leben Anderer störend einzugreifen, gewährt. Inspiriert von einer neuen Kühnheit, welche in dem Gefühl der Solidarität ihre Nahrung findet, werden dann Alle gemeinsam an die Eroberung der hohen Genüsse des Wissens und der künstlerischen Schöpfung gehen.

Eine derartig begeisterte Gesellschaft wird weder Zwistigkeiten im Inneren, noch äußere Feinde zu fürchten haben. Den Koalitionen der Vergangenheit wird sie ihre Liebe für die neue Ordnung, die kühne Initiative eines Jeden und Aller, nötigenfalls ihre Kraft, die durch das Erwachen ihres Erfindungsgeistes zu einer herkulischen geworden, entgegenstellen.

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Vor dieser unwiderstehlichen Kraft vermögen die „verbündeten Könige“ nichts. Sie werden sich nur vor ihr zu beugen haben, und sich dem Wagen der Menschheit anschließen müssen, der neuen Horizonten, eröffnet von der sozialen Revolution, entgegeneilt.

Empfohlene Zitierweise:
Pjotr Alexejewitsch Kropotkin, Bernhard Kampffmeyer (Übersetzer): Die Eroberung des Brotes. Der Syndikalist, Berlin 1919, Seite 175. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Eroberung_des_Brotes.pdf/191&oldid=- (Version vom 21.5.2018)