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über diese Menschlein lediglich Gerüchte anfechtbarster Art von Mund zu Mund, – Händler, Reisende, Farmer erzählten mancherlei und begegneten damit nur einem zweifelnden Lächeln. Und doch zieht sich, wie nun einwandfrei feststeht, durch ganz Äquatorialafrika eine dünne, aber deutlich nachweisbare Kette von solchen Zwergrassen hindurch, beginnend an der Bango-Küste mit den schon den Portugiesen 1680 gerüchtweise bekannt gewordenen Bake-Bake bis nach den Somalländern im Osten, wo eben die Doko den Abschluß dieser Kette bilden.

Alle diese Zwergstämme lebten und leben in Urwäldern, sind reine Jägervölker, führen als Waffen vergiftete Speere und Pfeile, sind äußerst scheu und zeigen mit Ausnahme der Doko eine von den benachbarten Negern völlig abweichende Hautfarbe, hell schokoladenbraun bis gelblich, haben flaumartige vollständige Körperbehaarung von grauweißer Färbung, so daß infolge der zumeist verfilzten Haarschicht ursprünglich angenommen wurde, diese Zwergrassen wären vielleicht europäischen Ursprungs.

In der Reihe der Zwergstämme beanspruchen nun die Doko einen besonderen Platz. Sie leben in den Urwäldern und einsamen Steppen an der abessinischen Grenze nach dem Somali-Lande zu, ihnen fehlt der graue Haarflaum, ihre Gesichter sind weniger abstoßend und runzelig, ihre Intelligenz entschieden größer. – Ihr Äußeres fand ich durchaus angenehm, sie haben sehr kräftige Muskeln, sind

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 148. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/149&oldid=3298749 (Version vom 31.7.2018)