Seite:Die Philosophen aus dem Uranus.djvu/148

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Fürst, und regiert den Stat so unumschränkt, wie der erste Despot des Orients den Seinigen, während der Fürst Messen hört, Bilder anbetet, Almosen austeilt, und sich der falschen Hoffnung freut, daß seine Untertanen alle zufrieden und glücklich seyen. Natürlich wendet der schlaue Minister alles an, die Religiosität des Herrn in diesem Geleise zu erhalten, und sie immer weiter darinn fortzuführen: Denn dadurch sezt er sich von Tag zu Tag fester in seinem Standpunkte, und dehnt den Kreis seiner Wirksamkeit immer weiter aus.“

„Unsre Geistlichkeit hat kein höheres Interesse, als die Unterdrückung der menschlichen Vernunft, und die Hemmung ihrer Fortschritte in fernere und lichtvollere Zonen: denn mit der Ausbildung dieser Kraft unsrer Seele, muß ihr Ansehen, und mit diesem auch ihre Macht notwendig erschüttert werden, und endlich gar zusammenstürzen, weil beyde auf Vorurteilen beruhen, die die Proben der gebildeten Vernunft nicht aushalten. Da die meisten Glieder dieser Klasse diese

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Pahl: Die Philosophen aus dem Uranus. [Andrä], Konstantinopel [i.e. Leipzig] 1796, Seite 148. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Philosophen_aus_dem_Uranus.djvu/148&oldid=- (Version vom 31.7.2018)