Seite:Die Philosophen aus dem Uranus.djvu/92

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Preßfreiheit in unserm State. Es darf bei uns alles ohne Censur gedrukt werden, nur muß sich der Schriftsteller gefallen lassen, jedem seiner Produkte, seinen Namen auf die Stirne zu prägen.“ Elafu schlug den guten Mann, der wol etwas sehr gescheutes gesagt zu haben glauben mochte, ehe er noch gar ausgeredet hatte, durch ein lautes Gelächter nieder, und auch Atabu, obgleich weniger für die Eindrüke des Komischen empfänglich, konnt’ sich nicht enthalten, in den Ton seines Kollegen einzustimmen. Ihr Thoren, hätt’ ich bald gesagt, sprach Elafu, kann denn da noch von Freyheit die Rede seyn, wo die Willkühr Schranken gesezt hat? Seyd ihr denn so blöde, daß ihr die Schlange nicht merkt, die hier im Grase verborgen liegt? Glaubt sicher, man hat eure Schriftsteller mit dieser Bedingung blos geäfft. Sie sollen ihre Namen ihren Produkten vorsezen, damit man sie, falls sie etwas mißfälliges sagen, so gleich beim Kopfe nehmen kann. Wahrlich ein feiner Kniff, von Leuten, die bei sehenden Augen blind sind!“ – „Aber

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Pahl: Die Philosophen aus dem Uranus. [Andrä], Konstantinopel [i.e. Leipzig] 1796, Seite 92. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Philosophen_aus_dem_Uranus.djvu/92&oldid=- (Version vom 31.7.2018)