Seite:Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau.djvu/16

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Da klang ein hell Geläute
Vom Thal gen Himmel auf,
Man sah da ein Gebäude
Voll Kunst bis an der Knauf.

125
Hoch ragte Freiburgs Münster

In Herrlichkeit und Pracht,
Aus all dem Waldesginster,
Wie ’s keiner hätt’ gedacht.

Und als er sah vollendet

130
Den Bau, wie er’s gewollt,

Zum Herrn sich Berthold wendet,
Daß er ihn schirmen sollt.
Andächtig sank er nieder,
Mit ihm die Ritter all,

135
Hell klangen Freudenlieder

Zum lauten Glockenschall.

(K. Halbmann.)


5. Ein Todtenbaum.

(Im Jahre 1121 hatten sich die Angehörigen des Grafen Hugo von Dachsburg gegen denselben empört. Da er sich allein nicht mächtig genug fühlte, sie wieder zum Gehorsam zurückzuführen, rief er den Herzog Berthold III. von Zähringen, den Erbauer Freiburgs, zu Hilfe. Gegen die Bürger von Molsheim kam es nun zu einem Kampfe, in welchem der Herzog das Leben einbüßte.)

Wo aus schwarzen Tannenwäldern himmelhohe Klippen ragen,
Donnernd des Gebirgs Gewässer an die Felsenrippen schlagen,
Kommt ein Männerzug geschritten auf des Pfades schmalem Saum,
Feierlich in seiner Mitten tragend einen Todtenbaum.

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Schreiber: Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau. Franz Xaver Wrangler, Freiburg 1867, Seite 10. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Volkssagen_der_Stadt_Freiburg_im_Breisgau.djvu/16&oldid=- (Version vom 31.7.2018)