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Und der Zug, aus finsterm Walde immer weiter aufwärts geht er,

Bis von mondbeglänzter Halde ragt das Kloster zu St. Peter;
Vor dem hohen Thore stellen sie die schwere Bürde ab:
„Mönche, kommt aus euern Zellen; Euer Fürst begehrt ein Grab!“

Aus dem besten Schlafe ringen sich die Brüder nur verdrossen;

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Ahnungslos, was jene bringen, wird die Pforte nun erschlossen,

Und im hellen Mondlicht schauen sie, fast dünkt es ihnen Traum,
In der Männer Kreis den rauhen Stamm von einem hohlen Baum.

„Sagt, was führt Euch her? Was bringt Ihr da für einen Baum getragen?“ –
„„Dieser Stamm birgt einen andern, der auch nimmer aus wird schlagen;

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Hier in eurer Mitte stellt ihn jetzt in fromme Hut,

Herzog Berthold ist’s der Dritte, der in diesem Baumsarg ruht.““

„„Ueberm Rhein, bei Molsheim, ist er gestern in der Schlacht gefallen,
Durch die bischöflichen Knechte, und es war sein letztes Lallen:
Schaffet, Freunde! meine Leiche in St. Peters Gotteshaus,

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Daß ich dort im Friedensreiche ruh’ bei meinem Vater aus.““
Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Schreiber: Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau. Franz Xaver Wrangler, Freiburg 1867, Seite 11. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Volkssagen_der_Stadt_Freiburg_im_Breisgau.djvu/17&oldid=- (Version vom 31.7.2018)