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Schon steht’s im Dom seit vielen Jahren;
Und weil’s ein Hirtenmädchen fand,
So ist’s dem Kreuze wiederfahren,

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Daß man es „Mädchenkreuz“ genannt.


Und wird Prozession begangen,
Den Mädchen glänzt das Kreuz voran;
Drum zwölf bekränzte Jungfrau’n prangen,
Mit weißen Kleidern angethan.

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Doch, wo man einst das Bild gefunden,

Da steht anjetzt ein Kreuz von Stein,
Vom einst’gen Wunder soll es kunden,
Der Welt soll es ein Denkmal sein!

(K. Halbm.)


13. Der neue Münsterstern.

Was schimmert dort oben vom Münsterthurm
Auf einmal so hell und so rein;
Im Kreislauf gehalten von Wind und Sturm,
Und ähnlich dem sonnigen Schein?

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Das Sternenbild ist es, des Thurmes Zier

Für’s alte, das müde und matt
Ergrauet und schwach nach des Alters Gebühr,
Des luftigen Dienstes war satt!

Und stolz schaut der jüngere Stern in die Welt,

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Scheint weit hin über das Thal,

In luftiger Höhe gar wohl ihm’s gefällt
Mit seinem hellleuchtenden Strahl!

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Schreiber: Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau. Franz Xaver Wrangler, Freiburg 1867, Seite 22. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Volkssagen_der_Stadt_Freiburg_im_Breisgau.djvu/28&oldid=3302042 (Version vom 31.7.2018)