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Du Berg so auserkoren,
Du alter Kaisersitz,
Noch ging dir nicht verloren
Des Thrones Farbenblitz.

50
Du stehst noch jetzt, wie immer

In schönster Farbengluth;
Noch kündet all dein Schimmer
Wer einst auf dir geruht,
In schönster Farbengluth.

55
Der Kaiser, der gesessen

Auf deinem hohen Thron,
Schon lang ist er vergessen,
Zerfallen seine Kron’.
Doch fest bist du gestanden

60
In deiner alten Treu,

Inmitten unsern Landen
Mit deinem Schmucke neu,
In deiner alten Treu.

Du sahst die Zeiten treiben,

65
Erlebtest Sturm und Noth,

Sahst goldne Zeichen schreiben,
Vom nahen Morgenroth.
Die Stürme, die da sausen
Um’s heil’ge deutsche Reich;

70
Die Wellen, die da brausen

Die trugst du riesengleich,
Um’s heil’ge deutsche Reich.

Und wenn es wieder helle
Im großen deutschen Gau,

75
Dann wird an deiner Schwelle

Erbaut der Kaiserbau.

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Schreiber: Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau. Franz Xaver Wrangler, Freiburg 1867, Seite 71. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Volkssagen_der_Stadt_Freiburg_im_Breisgau.djvu/77&oldid=3302095 (Version vom 31.7.2018)