Seite:Die araner mundart.djvu/139

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oder ǵ geratenes s gemäss § 317c ins übergegangen, beschränkt sich der einfluss des x in der regel darauf, den übergang von d zu t zu bewirken. Die lautverbindungen, die demgemäss als ergebnisse des hier behandelten angleichungsprozesses erscheinen, sind also: xt sp st sk šp št šc šk šḱ. Dabei ist zu bemerken, dass auch šk meist in šḱ übergeht, dass mithin nur solche lautverbindungen zustande kommen, die dem sprecher als auch im isolierten wort vorkommende ziemlich vertraut sein müssen. Man vergleiche wörter wie l̄oxt „volk“, spānĭm „zeige“, stuəx „spitze“, skā „schatten“, špŕid „geist“ (neben spŕid), štīmr̥ „dampfboot“, əšcī́ „drinnen“, ĺešḱə ĺēšḱ „faulheit“.

§ 319. Beispiele für den § 317a und § 318 angegebenen lautwechsel sind: ə wān̄ tū l̄uəx tə hȳŕ, nuəŕ iərəs tū ē? „Bekommst du deinen arbeitslohn, wenn du darum bittest?“ [l̄uəx tə hȳŕ aus l̄uəx də hȳŕ]; rī mē xō cŕēn əs p ēȷŕ̥ lom „Ich lief so schnell wie möglich“ [s p ēȷŕ̥ aus agəs bə ēȷŕ̥; ēȷŕ̥ aus fēȷŕ̥]; šḱŕīvn̥̄ šē ən ræŋḱəš xō mŭȧ əs tā mə h-ī ə hæŋə-ʒūxəš hēn ī „Er schreibt französisch so gut, als wenn es seine muttersprache wäre“ [əs tā mə aus agəs dā mə; aus ]; nuəŕ ə xøniḱ šē mē, s kə brāx leš „Kaum hatte er mich erblickt, und fort war er schon wieder“ [s kə brāx aus agəs gə brāx]; əníš pə wȧ lm̥ ē hȧxt „Jetzt möchte ich wünschen, er käme“ [ aus ]; høš tə jŕāhŕ̥ n̥ krān̄ „Dein bruder hat den mast gemessen“ [høš tə aus høš də; zu høš vgl. II 294, 25]; hīl mē gə rø šē ńīš ceŕənī n̄ā šin „Ich dachte, es wäre schon später“ [ńīš ceŕənī aus ńīš ȷeŕənī aus ńīš ȷeŕənī[1]; vgl. hierzu § 317c]; wil tū ə gøl eǵ ə bostə? tāĭm, niš ḱə ȷīŕəx „Gehst du zur post? Ja, sogleich“ [niš ḱə aus əníš gə; vgl. II, 271,3].

§ 320. Die laute, vor denen der übergang eines stimmhaften oralen konsonanten in den entsprechenden stimmlosen erfolgt (vgl. § 317 b), sind p t c k ḱ f s š ç x h, die der angegebenen änderung ausgesetzten konsonanten sind: b d ȷ g ǵ v.

§ 321. Beispiele für den § 317 b und § 320 angegebenen lautwandel sind: l̄ūp šē n tlat „Er bog den stab“ [l̄ūp aus l̄ūb]; tā sūl ām, gə sāsō šib əníš mē, mar hāsə šip hænə „Ich hoffe, dass ihr mich jetzt ebenso zufriedenstellen werdet, wie ihr es

  1. Sic; ńīs ȷeŕənī
Empfohlene Zitierweise:
Franz Nikolaus Finck: Die araner mundart. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1899, Seite 123. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_araner_mundart.djvu/139&oldid=- (Version vom 31.7.2018)