Seite:Die araner mundart.djvu/29

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miḱ gen. sing., voc. sing. und nom. plur. zu mak, „sohn“, mir. meicc, air maicc.

§ 15. Nach indifferenten konsonanten sowie einige male im anlaut vertritt i ein altirisches u vor palatalisiertem konsonanten. In diesen fällen hat es sich auf grund einer akzentverschiebung aus dem palatalen gleitlaute entwickelt, der dem konsonanten vorausging, während das ursprünglich silbentragende u gleitlaut geworden oder ganz verstummt ist, z. b. urkelt. *dunjós „mensch“, air. *duńə > duińə > duińə > duińe > dińə dinə. Beispiele sind: driȷĭm „rücke heran“, mir. drut; ȷiləsk „essbare art meertang“ (halymenia edulis und halymenia palmata), mir. duilesc (vgl. § 4); ȷilōg „blättchen“ (vgl. II 268, 20 und § 4), duilleog, mir. duille; fŭil „blut“, air. fuil; fŭińšōg „esche“, mir. fuindseog, air. h‑uinnius (aber fŭińōg „fenster“, aus mir. fuindeoc, mengl. windoge); giŕīn (neben gyŕīn) „pustel“, mir. guirín; givĭm „bete“, air. guidiu; ilə (neben ylə) „jeder“, air. uile; iln̥̄ „ellbogen“, air. uilin; imə „deshalb“, air. uimbi; bŭiĺə „schlag“, mir. buille bulle; ińūn „zwiebel“, mir. uindiun, mengl. onion, franz. oignon, lat. unionem; išḱə „wasser“, air. uisce usce; kiȷ (neben kyȷ) „anteil“, air. cuit; kilān „junger hund“, mir. culén; kilōg „fliege“, mir. cuil; kiŋ́ŕ̥ „ein seil, mit dem zwei ziegen oder schafe zusammengebunden werden“, mir. cuing; kiŕĭm „setze“, mir. cuirim, air. cuiriur; kišlə „puls“, mir. cuisle, air. cusle; klifə „spiel“, mir. cluche; mŭiĺn̥̄ „mühle“, air. muilend mulenn; mŭiĺōŕ „müller“, mir. mulleóir; mŭināl „hals“, mir. muinél; mŭinīn „vertrauen“, mir. muinigin; mŭincŕ̥ „volk, leute, angehörige“, air. muinter muntar; mŭiŋ „mähne“, air. muing; mŭir „see“, air. muir; mŭiŕə „maria“, mir. muire muri; tilə „flut“, air. tuile; ciǵĭm „verstehe“, air. tuiccim tuccim; ciĺə „zuwachs“, mir. tuilled; cicĭm (neben ticĭm) „falle, fallen“, air. tuitim tutimm.

§ 16. Der § 15 behandelte vorgang scheint sich nach andren vokalen als u nur in vereinzelten fällen vollzogen zu haben, so vielleicht in rińĭm (neben rīńĭm) „teile“, mir. roinded; šilə-šiān „speichelfluss“, air. saile, falls nicht e als vorstufe anzusetzen ist (vgl. jedoch əmŭī́ und snīm).

Empfohlene Zitierweise:
Franz Nikolaus Finck: Die araner mundart. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1899, Seite 13. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_araner_mundart.djvu/29&oldid=- (Version vom 31.7.2018)