Seite:Die araner mundart.djvu/48

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endung ū der zu den verben auf īm gehörenden verbalsubstantiva, wie bŕȧnū, ȷȧsū, ēlū, ǵŕȧmū etc., əmū́ „irre“, mir. i mugud; ǵūrən̄əx (vgl. II s. 275 z. 34) „seepocke“ (lepas balanus), zu air. giugrann.

§ 65. Seltenere erscheinungen als die in § 61–64 besprochenen sind folgende:

In einigen wörtern entspricht ū einem alten u vor jetzt verlorenem h, z. b. in brū „glut, wut“ (Molloy 36: brúgh), air. bruth; dūxəs „heimat“, mir. duthchus, zu air. duthoig; ū „euter“, air. uth; in einigen altem u vor n, z. b. in ənūn̄ „von diesseits“, air. inunn; ińūn „zwiebel“, mir. uindiun. In fūvr̥ (neben fōvr̥) „herbst“, aus mir. fogamur fogomur ist ū vielleicht durch einfluss des v entstanden. In kūǵ „fünf“, aus air. cóic, und in kūš „angelegenheit“, aus mir. cúis, air. cóis, ist ō wohl durch einfluss des folgenden palatallauts zu ū geworden (vgl. mūn „torf“, gen. mōnə). Ganz vereinzelte erscheinungen sind dūšĭm „wecke“, mir. dúiscim, air. 3. s. conj. diusgea; fĭūn̄ (neben fin̄) „blond“, air. find, wo ū aus dem gutturalen gleitlaute entstanden ist. (Vgl. § 15.)

8. y.

§ 66. Der buchstabe y dient in diesem buche zur bezeichnung einer reihe von lauten, die dem einem deutschen u in „mutter“ entsprechenden ungerundeten kurzen vokal (Sweet’s high-back-wide) zustreben. Dieser erscheint rein, wo y aus einem älteren ȳ entstanden ist wie in fylān „möve“ (Molloy 19: faoilleón) neben foilān aus air. foilenn. Wo y air. u vor palatalisiertem konsonanten (vgl. § 98) vertritt, bezw. sich aus dem dem u folgenden palatalen gleitlaute entwickelt hat, bezeichnet es den dem russischen y in ryba „fisch“ entsprechenden offenen laut (Sweet’s high-mixed-wide), z. b. in dynə „mensch“ (neben dinə) aus air. duine (d. h. duine) (vgl. § 15). Bei wenig sorfältiger artikulation wird dieser laut fast immer statt des im wörterbuch meist angesetzten i gesprochen. Ausgenommen sind jedoch die fälle, in denen der vorausgehende ursprünglich indifferente konsonant (vgl. § 98) palatalisiert worden ist, z. b. ȷilōg, ȷiləsk, cilə, ciǵĭm, cicĭm (vgl. § 15). y bezeichnet einen zwischen dem y in fylān

Empfohlene Zitierweise:
Franz Nikolaus Finck: Die araner mundart. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1899, Seite 32. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_araner_mundart.djvu/48&oldid=- (Version vom 31.7.2018)