Seite:Die araner mundart.djvu/64

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ȷicā! „Sieh dich vor, dass du nicht fällst!“ [ȷicā aus cicā zu cicĭm].

4. g.

§ 111. Der buchstabe g bezeichnet einen stimmhaften oralen verschlusslaut, dessen verschluss zwischen dem hinteren zungenrücken und der mitte des weichen gaumens gebildet wird. (Das deutsche g vor a o u wird etwas weiter vorn im munde artikuliert.)

§ 112. Der durch g bezeichnete laut entspricht in fast allen fällen einem älteren g, dem ein gutturaler vokal folgt oder doch einst folgte. Beispiele sind: agəs „und“, air. acus ocus; ‑ōg, diminutivendung, in æsōg „wiesel“, bænōg „junge frau“ etc., air. ‑óc; ǡglə „furcht“, mir. ecla (vgl. air. ecal); ǡgləš „kirche“, air. eclais, lat. ecclesia; bĭøg „klein“, air. becc; bŕēg „lüge“, air. bréc; duəlgəs „lohn“, mir. dualcus; ēgȳn „wehklagen“, mir. écaine; fāgĭm „verlasse“ air. fácbaim; gaiər „hund“, mir. gadar gagar; galdrə „fieber, krankheit“, air. galar; garəv „rauh“, mir. garb; garī „garten“, mir. garrda; gau „schmied“ (vgl. § 4), air. gaba; gauəl „zweizinkige grosse gabel“ (vgl. § 4), mir. gabul gobul; gauər „ziege“ (vgl. §4), air. gabar; gān̄ „knapp, karg“, mir. gand; gȧnə „sand“, mir. ganem; geŕĭm „rufe“, mir. gairim; givĭm „bete“, mir. gudim; glan „rein“, mir. glan; glas „grün“, mir. glass; glūn „knie“, air. glún; gøb „schnabel“, mir. gop; gølə „magen“, mir. goile; grā „liebe“ mir. grád; gu „stimme“, air. guth; klog „glocke“, mir. clocc; l̄ag „schlaff, schwach“, mir. lacc; l̄og „kleine zisterne“, mir. log; mĭaig „molken“, mir. medg; ōg „jung“, mir. óc.

§ 113. Das g von gøl „gehn“, air. dul, ist durch assimilation an die vorausgehende präposition entstanden.

§ 114. Wortanlautendes g nach ər ə r̥ „unser“, vr̥ wr̥ ər r̥ „euer“, ə „ihr“ [eorum, earum], šȧxt „sieben“, oxt „acht“, n̄ȳ „neun“, ȷe „zehn“, „wo?“, ə „in“, „dass“, n̄ax „dass nicht, und nicht“, dā ʒā „wenn“, nach der fragepartikel ən, nach dem im dativ stehenden relativpronomen ə sowie nach dem artikel im dat. sing. und gen. plur. entspricht einem in anderen fällen erscheinenden k. Beispiele sind: ər gyȷ æŕəǵəȷ „unser geld“ [gyȷ aus kyȷ]; xȧĺ šēd ə glū „Sie haben ihren ruf ver-

Empfohlene Zitierweise:

Franz Nikolaus Finck: Die araner mundart. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1899, Seite 48. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_araner_mundart.djvu/64&oldid=2746927 (Version vom 6.5.2016)