Seite:Die araner mundart.djvu/65

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loren“ [glū aus klū]; tā oxt gnohī agm̥ „Ich habe acht nüsse“ [gnohī aus knohī]; kā gol̄īn̄ tøsə? „Wo schläfst du?“ [gol̄īn̄ aus kol̄īn̄]; ḱē n šūmrə, ə gol̄īn̄ tøsə ān̄? „In welchem zimmer schläfst du?“; ə gūnī „immer“ zu kūnī „wohnen“; gə gūdə ȷiə hū! „Gott schütze dich!“ [gūdə aus kūdə]; ə gȧhn̥̄ tū təbák? „Rauchst du?“ [gȧhn̥̄ aus kȧhn̥̄]; buəl bŭiĺə ŕ ə glox šin! „schlage einmal auf diesen stein!“ [glox aus klox].

5. ǵ.

§ 115. Der buchstabe ǵ bezeichnet einen stimmhaften oralen verschlusslaut, dessen verschluss zwischen dem hinteren zungenrücken und der mitte des harten gaumens gebildet wird.

§ 116. Der durch ǵ bezeichnete laut entspricht meist einem air. mir. g, dem ein palataler vokal unmittelbar oder nur durch r l getrennt folgt oder doch früher einmal folgte. Beispiele sind: æŕəǵəd (nicht ærəǵəd, wie irrtümlich II 27) „silber, geld“, air. airged argat; efiǵə „bureau“ mir. oiffic, lat. officium; ēǵn̥̄ „gewalt, zwang“, air. écen; ǵȧl̄ ǵǡl̄ „pfand, versprechen“, air. gell; ǵȧl „weiss, glänzend, hell“, air. gel; ǵȧn „zuneigung“, mir. gen „lächeln“; ǵǡr „kurz“, ǵȧrĭm „schneide“, mir. gerr gerraim; ǵē „gans“, mir. géd; ǵēg „ast“, mir. géc; ǵēr „scharf“, air. gér; ǵiəl̄ „kinnlade“, mir. giall; ǵīvŕə „winter“, mir. gemred (vgl. air. gaimred, akymr. gaem, nkymr. gauaf, korn. goyf, bret. gouaff goam); ǵlǡn̄ „thal“, mir. glenn glend; ǵlē „eiweiss“, air. glé; ǵlēs „kleid, instrument“, mir. glés; ǵliḱ „schlau“, air. glicc; ǵŕēsī „schuhmacher“, mir. gréss; ǵŕiən „sonne“, air. grían; ǵŕīm „griff, halt“, air. greim, greimm; ǵūrən̄əx (vgl. II 275, 33) „seepocke“ (lepas balanus), air. giugrann; kūǵ „fünf“, air. cóic; ĺiǵĭm ĺeǵĭm „lasse zu“, air. léiccim lécim; meŕəǵ „rost“, air. meirc.

§ 117. Wortanlautendes ǵ nach ər, ə, „unser“, vr̥, wr̥, ər, „euer“, ə „ihr“ [eorum, earum], šȧxt „sieben“, oxt „acht“, n̄ȳ „neun“, ȷe „zehn“, „wo?“, ə „in“, „dass“, n̄ax „dass nicht, und nicht“, dā ʒā „wenn“, nach der fragepartikel ən, nach dem im dativ stehenden relativpronomen sowie nach dem artikel im dat. sing. und gen. plur. entspricht einem in anderen

Finck, Araner mundart. 4

Empfohlene Zitierweise:

Franz Nikolaus Finck: Die araner mundart. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1899, Seite 49. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_araner_mundart.djvu/65&oldid=2746928 (Version vom 6.5.2016)