Seite:Die araner mundart.djvu/78

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
– 62 –

mir. sénaim; šin „jener“, air. sin; šḱiən „messer“, mir. scían; tanī „dünn“, mir. tanaide; tūn „gesäss, boden“, mir. tón; cinə cenə „feuer“, air. tene; uən „lamm“, mir. uan; wænə „grün“, mir. uaine; ȳnəx „messe, jahrmarkt“, mir. óinach.

§ 157. Wortanlautendes n nach den possessiven pronomen „mein“, „dein“, ə „sein“ und deren zusammensetzungen vertritt ein in anderen fällen gebrauchtes oder ń. Beispiele sind: mə nāwəȷ „mein feind“ zu n̄āwəȷ „feind“, air. náma, náme; tā šē n‑ə nȳnān „Er ist noch ein kleines kind“ zu n̄ȳnān „baby“, von air. nóidiu (vgl. II 287, 28); ə nȧd „sein nest“ zu ńȧd, mir. nét; də nȧrt „deine kraft“ zu ńȧrt, mir. nert.

An stelle dieses n wird von jüngeren leuten fast immer bzw. ń gebraucht.

5. ŋ.

§ 158. Der buchstabe ŋ bezeichnet einen stimmhaften nasalen verschlusslaut, dessen verschluss zwischen dem hinteren zungenrücken und der mitte des weichen gaumens gebildet wird. Abgesehn von den § 160 erwähnten fällen kommt er im auslaut[1] nicht vor.

§ 159. Wortinlautendes oder auslautendes ŋ ist – von modernen entlehnungen abgesehn – die unveränderte fortsetzung des im air. bzw. mir. durch ng bezeichneten lautes, dem ein gutturaler vokal folgt oder einst folgte, z. b. in bŕiŋl̄ōdī „träumen“, brionglóid; droŋ „bande“, mir. drong; kūŋ „eng“, air. cumung; ḱȧŋlīm „binde“, mir. cenglaim; ḱiŋkīš „pfingsten“, mir. cengcaigis, Atk. 578, lat. quinquagesima; l̄oŋkəȷŕ̥ „ein seil zum verbinden eines vorderfusses mit dem entsprechenden hinterfusse, für ziegen gebraucht, um deren fortlaufen zu verhindern“, mir. langfiter, engl. lang und fetter; l̄ūŋ „schiff“, mir. long; oŋə „nagel“, air. inga, gen. ingen; cȧŋə (neben cȧŋgə) „zunge, sprache“, air. tenga.

Das ŋ in mŭiŋ „mähne“ (neben mŭiŋ́), aus mir. muing (dat. sing.), ist wohl aus der nominativform mong übertragen.

§ 160. Wortanlautendes ŋ nach ər r̥ ə „unser“, vr̥ wr̥ ər ə „euer“, ə „ihr“ [eorum, earum], šȧxt „sieben“, oxt „acht“, n̄ȳ „neun“, ȷe „zehn“, „wo?“, ə „in“, „dass“, n̄ax „dass

  1. Sic; gemeint ist „Auslaut“.
Empfohlene Zitierweise:
Franz Nikolaus Finck: Die araner mundart. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1899, Seite 62. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_araner_mundart.djvu/78&oldid=- (Version vom 31.7.2018)