Seite:Die araner mundart.djvu/87

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ein anderes zahlwort folgt, im gen. sing. eines eigennamens, dem ein gattungsname unmittelbar vorausgeht, im zweiten glied eines kompositums, in adjektiven im gen. sing. masc., vok. sing. masc. oder fem., im nom. voc. plur. masc. oder fem. nach konsonantisch auslautenden substantiven, im ganzen sing. des einem weiblichen substantiv folgenden attributiven adjektivs, nach den durch verschmelzung mit dem perf. von is „ist“ entstandenen formen ər, ńīr, n̄ar, gr̥, dār, in aktiven verben nach den partikeln (d, ȷ, ə) dār, n̄ar (vgl. II 287, 13), ər (r̥, ə), ńīr (vgl. II 288, 1), gr̥, sowie nach ńī „nicht“ und „wenn“.

b) Nach dem artikel im nom. sing. fem., gen. sing. masc., dat. sing. masc. und fem. sowie nach dem zahlworte ēn „ein“.

§ 185. Das nach § 184 erscheinende ʒ vertritt in den unter a) genannten fällen ein sonst gebrauchtes d oder g, in den unter b) genannten fällen stets ein sonst gebrauchtes g.

§ 186. Beispiele für ein nach §§ 184. 185 mit d wechselndes ʒ sind: mə ʒȧdə „mein papa“ zu dȧdə; x ilə ʒinə „jedermann“ zu dinə; āc-ʒū́xəš „heimat“ cæŋə-ʒū́xəš „muttersprache“ zu dūxəs; ō ʒinə gə dinə „von mann zu mann“ zu dinə; ʒō šē ə vēr „Er verbrannte sich den finger“ zu dōĭm; ə ʒȳnə uəšlə! „meine herren!“ [ʒȳnə aus dȳnə, pl. zu dinə]; ḱē n xȳ ə wil tū, ə ʒoxtūŕ? „Wie geht es Ihnen, herr doktor?“ [ʒoxtūŕ aus doxtūŕ]; ńī rø mə ʒōn soləš agm̥, „Ich hatte nicht genug licht“ [ʒōn aus dōn]. In einigen mit d beginnenden wörtern wird der anlaut auch in anderen fällen als den § 184 angeführten durch ʒ ersetzt, ohne dass sich eine regel für den gebrauch des ʒ neben d aufstellen liesse. Diese wörter sind: dā, ʒā „zwei“; dā, ʒā „wenn“; dā, ʒā „zu seinem, zu ihrem etc., bei seinem, bei ihrem etc.“; dā, ʒā vor komparativen; dom, ʒom „zu mir“; dic, ʒic „zu dir“; dō, ʒō „zu ihm“; dūń, ʒūń „zu uns“; dōb, ʒōb „zu ihnen“.

§ 187. Beispiele für ein nach §§ 184. 185 mit g wechselndes ʒ sind: ńī ē sin mə ʒnō sə „Das ist nicht meine sache“ [ʒnō aus gnō]; dūn də ʒob! „Halte deinen mund!“ [ʒob aus gob]; šliš ə ʒuəln̥̄ „sein schulterblatt“ [ʒuəln̥̄ aus guəln̥̄ zu guələ]; ən çēd ʒlȳ „der erste ruf“ [ʒlȳ aus glȳ]; dā ʒlyńə fīn „zwei gläser

Empfohlene Zitierweise:

Franz Nikolaus Finck: Die araner mundart. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1899, Seite 71. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_araner_mundart.djvu/87&oldid=2746952 (Version vom 6.5.2016)