Seite:Die indischen Eskimos.pdf/31

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war, auch fand er Leichen erfrorener Menschen, denen außerdem meistenteils die Köpfe zerschmettert waren. Offenbar wurden sie bei der Katastrophe gegen die Decke geschleudert. Endlich stieß Richard auf die Leiche eines zweiten Neufundländers, wahrscheinlich die des Vaters jener Jungen. Auch er war der Kälte zum Opfer gefallen, und so mußte man annehmen, daß nur die Mutterliebe, die Sorge um ihre Jungen die Hündin am Leben erhalten hatte.




Vereskimot.

Hier in Phunga hatte Richard so wie so eine Zeit lang bleiben wollen, um die zukünftigen Eskimos sich allein weiter entwickeln zu lassen. Er richtete sich daher auf diesem Passagierschiffe häuslich ein, polsterte eine mit einem Kanonenofen heizbare Kabine mit Decken und Matratzen aus und widmete sich einige Tage ganz den Hunden, indem er sie pflegte, fütterte und sich mit ihnen unterhielt.

Das waren jetzt die zukünftigen Eskimohunde, denn sie würden ganz sicher einen dichteren Pelz bekommen, jedenfalls wie die Eskimohunde in den stillen Schneewüsten das Bellen verlernen und den Menschen auf Jagden und als Schlittenzieher die nützlichsten Gefährten werden. Richard wußte selbst nicht, wie es kam, aber diese Tiere waren ihm schon jetzt weit angenehmere Gesellschafter, als die Malayen, und er glaubte, sich mit ihnen viel besser unterhalten zu können, als mit jenen.

Dann untersuchte er die Schiffsbibliothek, trug Bücher aus anderen Häusern zusammen und las und schrieb viel. Er entwarf nämlich Pläne zur Erziehung der zukünftigen Eskimos und gründete schon jetzt in Gedanken ein Reich, in welchem der letzte Kaukasier als ein König über schmutzige, verräucherte, fischessende und thrantrinkende Eskimos, die aber

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Robert Kraft: Die indischen Eskimos. H. G. Münchmeyer, Dresden (1901), Seite 29. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_indischen_Eskimos.pdf/31&oldid=3303651 (Version vom 31.7.2018)