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Ein Geheimnis, wie man spricht,

Wisst ihr zu bewahren;
Heckenröslein, plaudert nicht,
Sollt etwas erfahren.
     Still, still,

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Ich bin ein thöricht Mädel

Und weiss nicht, was ich will.

     Kater, hast dich scheu versteckt,
Hör dich ängstlich schreien.
Dass du von der Milch geleckt,

15
Will ich heut verzeihen;

Krieche aus dem Winkel vor,
Schrecken aller Ratzen,
Komm, ich sag dir was ins Ohr,
Aber darfst nicht kratzen.

20
     Still, still,

Ich bin ein thöricht Mädel
Und weiss nicht, was ich will.

Schwalbe, komm aus deinem Bau,
Will dir was erzählen,

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Aber deiner Schwalbenfrau

Musst du es verhehlen.
Mein Geheimnis würde bald
Aller Welt zu eigen,
Denn die Frauen jung und alt

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Wissen nicht zu schweigen.

     Still, still,
Ich bin ein thöricht Mädel
Und weiss nicht, was ich will.

Rud. Baumbach.





In der Sommernacht.

[Dieses Gedicht ist erst ab dem Jahr 2027 gemeinfrei]

Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 118. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/124&oldid=- (Version vom 31.7.2018)