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Der Herr von Ueberall.

Du bist der Herr von Ueberall,
Wo Lichterglanz zu schauen,
Bei jedem Fest, auf jedem Ball,
Im Hause schöner Frauen.

5
Das ist der Titel, reich an Hohn,

Den mir die Leute schenken;
Doch Menschenkenner dürften schon
Gerechter mein gedenken.

Du bist der Herr von Nirgendrast,

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So müssten sie wohl sagen

Zu mir, dem ruhelosen Gast,
Dem’s nirgends will behagen;

Der ewig zwischen Jagd und Flucht
Im Sonnenschein des Lebens

15
Nach einer einz’gen Freude sucht –

Und immerfort vergebens!

S. Fritz.





Abgeblitzt.

Das Weiblein spricht in Gnaden:
»Vielliebes Männchen du,
Ach, kauf’ mir dort im Laden
Die süssen, kleinen Schuh’!

5
Mit blitzenden Agraffen,

Höchst elegant im Bau,
Sind sie so recht geschaffen
Für deine kleine Frau!« –

Da lacht der Mann verfänglich:

10
»Bei deiner Schneiderin

Die Rechnung war sehr länglich;
Da schmilzt das Geld dahin!

Weshalb denn viel verschwenden
Für solche lütje Fru?

15
Ich trag’ sie auf den Händen,

Drum braucht sie keine Schuh!«

Heinr. Schäffer.


Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 134. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/140&oldid=- (Version vom 31.7.2018)