Seite:Die zehnte Muse (Maximilian Bern).djvu/163

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Liste.png Verschiedene: Die zehnte Muse


5
»Gefährlich und weit ist euere Reise,

Der Himmel gebe euch Kraft und Mut!
Doch die grösste Gefahr, ich sag’s euch leise,
Die droht euch von dem Damenhut.

Die Frauen sind von zartem Gemüte,

10
Auch lieben sie die Vögel sehr,

Wer weiss, ihr feiert als Schmuck der Hüte
Im Frühling eure Wiederkehr.«

Armin Werherr.





Zum Vogelschutz.

Lasst die kleinen Vögel singen
Und sich froh zum Himmel schwingen,
Lasst sie Nester bau’n und brüten,
Doch vertreibt sie von den Hüten!

5
Schwer bestraft den Vogelfänger,

Der uns raubt die kleinen Sänger;
Wer mit Ruten sie und Netzen
Fängt, verfalle den Gesetzen.

Wer den Sängern schafft Bedrängnis,

10
Fort mit ihm in das Gefängnis!

Alles andre wird nichts nützen –
Strenger Richter, lass ihn sitzen!

Doch was soll man denen sagen,
Die auf Hüten Vögel tragen,

15
Die, zu Lieb der argen Mode,

Schuldig sind an ihrem Tode?

Was soll mit der Maid geschehen,
Die mit Vogelhut wir sehen,
Die, um thöricht sich zu schmücken,

20
Uns zerstört das Lenz-Entzücken!


Gegen die verkehrte Sitte
Hilft nicht Mahnung oder Bitte,
Alles andre kann nichts nützen –
Deutscher Jüngling, lass sie sitzen!

Johannes Trojan.


Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 157. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/163&oldid=- (Version vom 31.7.2018)