Seite:Die zehnte Muse (Maximilian Bern).djvu/248

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Liste.png Verschiedene: Die zehnte Muse

Hoch flog der Schmutz auf dort und hier;
Staub gab’s auf allen Gassen,
Kein gutes Federchen ward ihr
Am ganzen Leib gelassen. –

25
Der alte, lächerliche Hahn

Stand still auf einem Beine
Und sah sich dumm die Sache an,
Wie alles kam in’s Reine.


Otto Hausmann.




Vogelscheuche.

Es steht ein Mönch im Felde,
Ist nur ein Mönchshabit.
Die Stange schwankt im Winde,
Die Kutte dreht sich mit.

5
     Wart! denkt der fromme Bauer,

So schützen wir die Saat;
Die Spatzen respektieren
Den geistlichen Ornat.

     Die Spatzen denken: Mönchlein,

10
Dein Beispiel fehlte noch!

Ei, säst denn du und erntest?
Und Gott ernährt dich doch!


Paul Heyse.




Ellengrösse.

Die Pappel spricht zum Bäumchen:
»Was machst du dich so breit
Mit den geringen Pfläumchen?«
Es sagt: Ich bin erfreut,

5
Dass ich nicht blos ein Holz,

Nicht eine leere Stange! –
»Was!« ruft die Pappel stolz,
»Ich bin zwar eine Stange,
Doch eine lange, lange!«


A. E. Fröhlich.
(1794–1865.)



Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 242. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/248&oldid=- (Version vom 31.7.2018)