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Der verliebte Kutscher.

Mein Kopf ist wie ein Taubenschlag,
Das macht mir grosse Pein:
Da fliegt es all den lieben Tag
Mit Mädchen aus und ein.

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Des Menschen Aug’ ist leicht verführt,

Und nicht zu sehn ist schwer:
Kaum hat die Schöne mich gerührt,
Kommt schon die Schönre her.

Die Mädchen sind auch gar zu nett,

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Und sind auch ohne Zahl:

Ich nähm’, wenn ich die Auswahl hätt’,
Sie lieber allzumal.

Was thun? Es ist ein harter Schluss,
Ein Kutscher find’t sich drein:

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Mein Herz, das ist ein Omnibus –

Ihr Mädchen, steiget ein!

Ludw. Pfau.





Frühlingslied.

O komm! der Lenz ist wieder da,
Es singen ihre Lieder ja
Die Vöglein im Geäst.
Vor allen die Frau Nachtigall,

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Die lockt die ganze Nacht mit Schall

Ihr Herzgemahl zu Nest.

Wer springen noch und hüpfen kann,
Und wer den Hut noch lüpfen kann,
Der jubiliert und lacht,

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Singt: heissa, heissa trallala,

Nun sind die Blumen alle da
Und stehn in heller Pracht!

Mein Herz ist wie die ganze Welt
Von Duft erfüllt und glanzgehellt

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Und voller Liederschalls!

Herzlieb, es lässt mir keine Ruh,
Mir ist, ich müsst’ in einem zu
Dir fallen um den Hals!

Rich. Leander.


Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Die zehnte Muse. Otto Elsner, Berlin 1904, Seite 65. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_zehnte_Muse_(Maximilian_Bern).djvu/71&oldid=- (Version vom 31.7.2018)