Seite:Erzählungen vom Oberharz in Oberharzer Mundart von Louis Kühnhold – Heft 4.pdf/5

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Wänn mit Feierrähn d’r Tog bricht aan,
Su känne mier arscht ä schien Thäl vertraan.
Mir freeng iwerhaupt d’rnog gaar nischt,

80
Dänn ward wenigstens kä Blei gefrischt[1]!“


     Of d’r Gruub[2] waar Manniger verdrossen,
’s waar gerood Reiches[3] aufgeschossen.
„Nä, suwos“, saaten se, „nu hot m’r woß schtiehn,
Nu muß es wieder su haar giehn.

85
An Besten wäärsch, es wier mol angefreegt,

Ob dar Tog nett kännte war’n verleegt.
’s kännte sein dänn bei’n Jahresschluß,
Daß unnere Gruub gearbt hette mit Plus!“

     Ae Tog nong annern ging rasch hin

90
Un Viel’n wuur nu schlacht zu Sinn;

Manniger schtellte Betrachting aan,
Ebber[4] of Arden hette Racht gethan;
Dänn wänn der 28. d’r letzte Tog nu wäär
Wäär es in Himmel kumme doch wull schwäär.

95
Ja, Viele mißten sich gewartig sein,

D’r Petrus ließ se gaar nett nein.

     Wu nu Jeder gedacht hat draan,
Dar Tog brooch nu balle aan,
Dänn Sunnoomd[5] waarsch, un is bis heit

100
Schteets wichtig gehalten hie von de Leit,

Weil m’r dan Tog all seit lange Jahr’n
Viel Neiigkäten kann erfahr’n.
Dänn Jeder is dan Tog geschpannt,
Off’n Woch’nbloot[6], wos viel macht bekannt.


  1. Blei frischen ist eine ungesunde, schwere Arbeit.
  2. Gruub = Grube.
  3. Reiches = reiches Erz.
  4. Ebber = Ob er.
  5. Sunnoomd = Sonnabend.
  6. Woch’nbloot = Wochenblatt.