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spielte mit seinem ersten einzigen Kinde, einem zweijährigen Mädel. Es war ein liebes, herziges Ding, kugelrund und voll Leben, seine vollen Wänglein glänzten wie ein Röslein im innersten Kern, und hundert feine Goldlocken ringelten sich um sein Köpfchen. Es stund auf des Vaters Knieen, blieb aber nicht die Minute ruhig, es trampelte mit beiden Füßen, zerrte an des Försters großem Schnautzbart, und wenn ihm der scherzend abwehrte und es sanft auf’s Händlein schlug, dann konnte es so herzlich lachen, daß es schütterte und der Alte nicht minder mitlachen mußte. Dazwischen aber that es auch wie ein rechtes Schmeichelkätzlein und halste mit den kurzen Aermchen den Vater und gab ihm Küße nach den Dutzenden, und wenn er fragte: „Mariele, wer bist du?“ – so antwortete es: „Vater sein Pullele“[1] – und schmiegte sich wieder recht fest an seine breite Brust.

Der Mann und sein Kind wiederholten geraume Zeit ihr zärtliches Spiel, dazu tändelte der laue Abendwind in den Rosenbüschen im schmalen Gärtlein, und die Linden neben dem einsamen Hause dufteten, und ein breiter Goldstrom fluthete ober den Bergen, – es war eben ein recht schöner, friedlicher Abend.

Mit einemmale krachte in der nächsten Nähe ein Schuß, und über des Försters Haupt hinweg schlug die Kugel in’s Getäfel der Stube. Der fuhr auf, und umfaßte in erster Angst sein Kind und starrte verwirrt aus dem Fenster. Da stund neben dem Gartenzaun ein Bauer mit dem Stutzen in der Hand und sprach: .„Ich bin’s schon, der Ranggel-Pauli. – Ohne das Kindel da hättest du jetzt auch schon deinen letzten Athemzug gethan! B’hüt dich Gott, Förster!“

– Damit ging er seines Weges; – er hat gar seltsame Launen, der Ranggelbube.


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Empfohlene Zitierweise:
Kaspar Braun, Friedrich Schneider (Red.): Fliegende Blätter (Band 1). Braun & Schneider, München 1845, Seite 108. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Fliegende_Bl%C3%A4tter_1.djvu/112&oldid=3015535 (Version vom 11.6.2017)