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IV. Gesang.
Wie Held Gambrinus mit seinen Recken zu Felde zieht.


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Als nun der Krieg beschlossen im hohen, weisen Rath,

So schritt man denn auch fürder bedachtsam zu der That.
Da ging es an ein Rüsten im Lande rings umher,
Die Helme blank zu putzen, zu schleifen Lanz’ und Speer;
Kein Sturmhut blieb am Nagel, kein Schwert blieb in der Scheid’,

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Da war kein Arm mehr lässig, als ging’s zum heil’gen Streit!

Und wo im Volke selber der Spiritus gefehlt,
Da schrieen Heldenlieder die Dichter in die Welt,
Von Schmälerung der Freiheit, von Vaterlands-Verrath,
Und von der Schmach, die Bacchus dem Held Gambrino that.

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Es flogen die Depeschen von jedem Eck und End,

Bis alle Bundesstaaten geschickt ihr Contingent.
Von Köln bis hin nach Aachen, da stund ein Regiment
Kölnischer Pfeifen fertig, von Schlachtenwuth entbrennt.
Aus Bremen und aus Hamburg zog her vielwerther Freund,

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Der mit dem Kölnerheere am Rheine sich vereint.

Von Bayern kam der Knaster, Dreikönig aus Tyrol
Und aus den Kaiserstaaten – zum Kampf gerüstet wohl!
Old England schickt den Porter und Ale, sein Stolz und Ruhm,
Was übrig bleibt, das bringen die beiden sicher um! –


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(Fortsetzung folgt.)



Empfohlene Zitierweise:
Kaspar Braun, Friedrich Schneider (Red.): Fliegende Blätter (Band 2). Braun & Schneider, München 1846, Seite 015. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Fliegende_Bl%C3%A4tter_2.djvu/19&oldid=- (Version vom 12.12.2020)