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Gambrinias.
(Schluß.)

VI. Gesang.
Wie König Gambrinus mit Bacchus Frieden schließt.


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Die alten Weisen künden – ich glaub’ es unbedingt –

Daß aus dem vollen Kruge sich los die Wahrheit ringt!
Als bei dem frischen Trunke der Held Gambrinus sitzt,
Ein lieblicher Gedanke ihm durch die Sinne blitzt.
Schnell schickt er den Salvator in’s Lager zu dem Feind,

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Und ließ ihm freundlich melden, was er zu thun gemeint.

’S war zwischen Licht und Dunkel, da kamen sie zusamm’,
Gambrin, der große König, und Bacchus lobesam.
„Herr Bruder – sprach Gambrinus – ihr seid ein wack’rer Held,
„Doch seht ihr, daß den Meinen auch nichts am Muthe fehlt.

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„Was sollen wir vergießen noch viel unschuldig Blut,

„Da ein Vergleich in Frieden dieselbe Wirkung thut?
„Ihr wißt aus der Geschichte, durch Heirath und Vergleich
„Da werden Volk und Fürsten – insonders diese reich!
„D’rum wollen wir in Frieden hier auseinander gah’n,

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„Die Herrschaft theilen, eh’ sich ein Dritter wagt daran.

„Ich will die Nacht behalten; nehmt mit dem Tag vorlieb,
„So lösen wir den Knoten mit einem einz’gen Hieb." –
„Topp – sprach der Thyrsusschwinger – ihr seid ein kluger Mann,
„Man sieht es Eurer Größe – bei meinem Eid – kaum an!

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„Laßt mir den Tag. Es steige beim lichten Sonnenstrahl

„Des Weines gold’ne Perle im Humpen auf zumal,
„Doch bricht herein der Abend mit seiner dunklen Pracht,
„Sei euch von allen Völkern die Huldigung gebracht!“ – –
     So schieden sie als Freunde, die sich als Feind’ bekriegt;

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Wo Macht nicht konnte siegen, da hat Vernunft gesiegt.

Da zogen heim die Mannen, die Schwerter in der Scheid,
Und dachten sich im Sinne: Das war einmal gescheid!
Was sollen wir uns beide aufreiben in der Schlacht, –
Damit das pure Wasser sich traun in’s Fäustchen lacht?

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Viel besser ist’s, wir kämpfen zusammen einen Streit,

Zum Trotz dem Elemente, zum Trotz der Nüchternheit!
Es sei Europa trunken, von Welschland bis zum Belt,
Daß hie und da ein Dichter auftauche in der Welt,
Und trunken von Begeist’rung noch hebe seinen Flug:

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Der Tag, den wir erlebten, ist nüchtern schon genug!


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Empfohlene Zitierweise:
Kaspar Braun, Friedrich Schneider (Red.): Fliegende Blätter (Band 2). Braun & Schneider, München 1846, Seite 030. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Fliegende_Bl%C3%A4tter_2.djvu/34&oldid=- (Version vom 12.12.2020)