Seite:Geistliche Oden und Lieder-Gellert.djvu/28

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Um Trost war meiner Seele so bange;
     Denn Gott verbarg sein Angesicht.
Ich rief zu ihm: Ach Herr, wie so lange?
     Und Gott verließ den Schwachen nicht.

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Er half, und wird mich ferner erlösen.

     Er hilft; der Herr ist fromm und gut.
Er hilft aus der Versuchung zum Bösen,
     Und giebt mir zu der Tugend Muth.

Dir dank ich für die Prüfung der Leiden,

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     Die du mir liebreich zugeschickt.

Dir dank ich für die häufigern Freuden,
     Womit mich deine Hand beglückt.

Dir dank ich für die Güter der Erden,
     Für die Geschenke deiner Treu.

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Dir dank ich; denn du hießest sie werden,

     Und deine Güt ist täglich neu.

Dir dank ich für das Wunder der Güte;
     Selbst deinen Sohn gabst du für mich.
Von ganzer Seel und ganzem Gemüthe,

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     Von allen Kräften preis ich dich.


Empfohlene Zitierweise:
Christian Fürchtegott Gellert: Geistliche Oden und Lieder. in der Weidmannischen Handlung, Leipzig 1757, Seite 4. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geistliche_Oden_und_Lieder-Gellert.djvu/28&oldid=- (Version vom 1.8.2018)