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selbst ausgefertigt. Auf dem insularischen Areal standen folgende Baulichkeiten: 1. das zweistöckige Schlößlein oder Probsthaus. Darin war ein Wohnzimmer mit Kammer für den Probst; ein zweites Wohnzimmer; eine Speisekammer; die sogenannte Sommerlaube; die Gerichtsstube; des Kellners Kammer; die Helmkammer; das Rüstkämmerlein; das Badstüblein; das Fleischkämmerlein; die Küche; ein Keller; unter dem Dache Gemächer mit vier Betten; eine Schlaguhr; in den Vorplätzen der beiden Stockwerke einige Hellebarden und Spieße. Schloßverwalter war der eben genannte Kellner. Dieser hätte den Probst zu bedienen, für Küche, Keller und Speisen zu sorgen, das Dienstpersonal zu beaufsichtigen, das Früh- und Abendgebet zu läuten, Acht zu haben auf Feuer und Licht, auf rechtzeitiges Oeffnen und Schließen des Thores. 2. Die Meierei, Grangia, mit Wohnhaus, Stallung, Scheune und Keller. Ersteres bewohnten der Hofrichter oder Vorreiter (Ökonomieverwalter), der Fuhrknecht, der Weingartsmann, der Pfahlspitzer, der Wieshüter, der Kuhhirt, der Schweinhirt, die Köchin und drei Viehmägde. Zur Meierei gehörten gegen 100 Mrgn. Ackerland, 20 Tgw. Wiesen und 100 Mrgn. Weinberge. 3. Die Kapelle mit Uhr und Glocke, 1 Kelch, 3 Meßgewänder, 2 Altarbekleidungen, 2 Leuchtern (lucibulae) von Zinn, 2 von Messing, 2 Meßbüchern und einem Weihkessel. Um 1577, nachdem die ganze Gegend protestantisch geworden war, predigten in der Kapelle die lutherischen Pfarrer von Bürglein. 4. Wohnungen für den Gerichtsknecht und für den Thorwart. Der Gerichtsknecht hatte ein Dienstpferd und erhielt für jeden Ritt in dienstlichen Funktionen, je nachdem einer der zum Amtsbezirk gehörigen Orte von Bonhof entfernt war, 6 bis 42 Pfennige. Auch erhielt er von Jedem, den der Probst einsperren ließ, 15 dl. bei der Aufnahme, 15 dl. bei der Entlassung des Arrestanten. 5. Das Gefängniß oder „Fuchsloch“. 6. Ein Badestüblein für das Gesinde. 7. Drei Thürme. 8. Das Thorhäuslein. Schloß und Meierei erhielten Quellwasser durch eine von dem nahen Berge herabgeleitete Röhrenfahrt.

Empfohlene Zitierweise:
Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn (Band 2). C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1879, Seite 131. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Georg_Muck_-_Geschichte_von_Kloster_Heilsbronn_(Band_2).pdf/133&oldid=- (Version vom 31.7.2018)