Seite:Georg Rusam - Geschichte der Pfarrei Sachsen.pdf/57

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werden, es fiel aber fast nie etwas an. Heu- und Grummetzehnter war auch nicht häufig. So blieb in der Hauptsache nur der Getreidezehnte übrig, der allerdings fast überall die Regel war und auch am meisten trug. Doch gab es auch da öfters Ausnahmen, wie z. B. in Oberrammersdorf, wo vier Höfe völlig zehntfrei waren, oder auch in Rutzendorf, wo dies von verschiedenen Höfen berichtet wird.

 Die Pfarrpfründe Sachsen hatte in späterer Zeit – von früher ist uns nichts bekannt – nur auf folgende zehnten Anrecht:

 a) In Sachsen den Getreide- und Wiesenzehnten von sämtlichen Grundstücken, dazu den Obstzehnten von den Gärten und den Blutzehnten von 7 Häusern und ein wenig Kleinzehnten. Dieser ausgiebige Zehnte scheint für Sachsen um deswillen festgesetzt worden zu sein, weil der Ort nur ganz wenig Grundbesitz zur Pfarrei beizusteuern vermochte.

 b) In Milmersdorf den Getreide-, Heu- und Blutzehnten von einem der 3 Höfe. Die beiden andern Höfe zehnteten nur von 8 Morgen Feld.

 c) In Eyb den Getreidezehnten von über 61 Morgen Ackern und den Heuzehnten von fast 15 Tagwerk Wiesen. Hier scheint es sich um spätere Neurodung zu handeln, wobei der Zehnte an die Pfarrei fiel. Die Pfarrei Eyb nahm den kleinen Zehnten für sich in Anspruch.

 d) In Bechhofen bei Windsbach von 8 Pflichtigen den Getreidezehnten aus 145 Morgen Feld. Auch das ist vielleicht ein später Neureuth-Zehnter.

 e) Auf dem Strüthof ein Drittel des Getreidezehnten. Dieser wurde 1569 in eine jährliche Kornlieferung von 1 Simra und 2 Metzen umgewandelt und dabei auf ein Gut in Malmersdorf übertragen.

 f) In Külbingen einen geringen Zehnten an Getreide, der auf 10 Metzen veranschlagt wurde, desgleichen in Büschelbach mit 4 Metzen und in Petersaurach mit 2 Metzen.

 In einer Urkunde von 1312 behauptete das Gumbertusstift Ansbach, daß alle Zehnten der Pfarrei Sachsen von alters her zum Stift gehörten. Danach wären alle die vorgenannten Zehnten vom Stift erst zur Pfarrei geschenkt worden. Das trifft jedenfalls nicht zu, denn das Stift war mit Schenkungen sehr zurückhaltend und hat vielmehr die Einkünfte der Pfarrei für sich zu gewinnen gesucht, wie gerade jene Urkunde beweist. Denn durch diese wurde die Pfarrei dem Stift einverleibt, sehr zu ihrem Schaden. Auch wurde durch diese bischöfliche Urkunde ein Bestandteil des Pfründe-Einkommens, den bisher das Stift zu leisten hatte, nämlich 18 Pfund Heller (nach heutigem Wert etwa 700–800 RM), wieder zum Stift gezogen und daraus eine Vikarie zum Altar der hl. Jungfrau Maria